Die Berliner Charité hat erste personelle Konsequenzen aus der Affäre rund um geheime Konten mit Forschungsgeldern gezogen. Der kaufmännische Leiter der Fakultät, Gerrit Fleige, soll bis zur Klärung der Vorwürfe sein Amt ruhen lassen. „Herr Fleige wurde bis zur Vorlage der Ergebnisse der Tiefenprüfung aus den wesentlichen Prozessen herausgenommen“, sagte Charité-Sprecher Uwe Dolderer am Mittwoch. Diese Maßnahme erfolge vorsorglich, gegen Fleige selbst lägen keine Vorwürfe vor.
Die Berliner Universitätsklinik Charité hatte über Jahre Geld aus Forschungsprojekten nicht ausgegeben und auf Sonderkonten zurückgehalten. Inzwischen sollen rund 40 Millionen Euro zusammengekommen sein. Die Konten wurden bei der turnusmäßigen Prüfung der Finanzen durch Wirtschaftsprüfer entdeckt.
Für die notorisch in Geldschwierigkeiten steckende Charité bedeuten die 40 Millionen Euro einen großen Betrag. In den vergangenen Jahren gelang es dem Vorstand unter Karl Max Einhäupl Überschüsse im Etat auszuweisen. 2011 waren es acht Millionen Euro, 2012 fünf und 2013 1,6 Millionen Euro. In den Vorjahren war nicht aufgefallen, dass die Fakultät der Universitätsklinik das Geld gebunkert hatte.
Das Geld stammt aus den Pauschalen, die Drittmittelgeber wie die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) der Charité für die Verwaltungskosten von Forschungsprojekten bezahlen. Seit 2007 gibt es von der DFG für Verwaltung der Wissenschaftler 20 Prozent zu den eigentlichen Projektkosten hinzu. Das Volumen dieser Mittel an der Charité ist beträchtlich. Die Universitätsklinik rühmt sich, mehr Geld aus Industrie, Stiftungen oder Fördereinrichtungen einzuwerben als jedes andere Universitätsklinikum. 2012 flossen aus diesen Quellen 154 Millionen Euro an die Charité, davon 35 Millionen von Bundesministerien und 42 Millionen von der DFG.
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