The Wyld

Am Friedrichstadt-Palast entsteht die teuerste Show Berlins

Zehn Millionen Euro investiert der Friedrichstadt-Palast in seine neue Show „The Wyld“ von Designer Thierry Mugler. Im Herbst ist Premiere - bis dahin arbeiten zehn Choreografen an der Produktion.

Foto: Friedrichstadt-Palast / Friedrichstadt-Alien Kickline | Figurinen von Manfred Thierry Mugler | Zeichnungen © Stefano Canulli

Es wird die teuerste Showproduktion, die es jemals außerhalb von Las Vegas gegeben hat, sagt der Veranstalter: Mehr als zehn Millionen Euro Budget will Berndt Schmidt, Intendant des Friedrichstadt-Palastes, in die Hand nehmen, um im Herbst 2014 die Grand Show „The Wyld – Nicht von dieser Welt“ auf die Bühne zu bringen.

Erdacht hat das Konzept – eine Show über die unterschiedlichsten Menschen im Paralleluniversum der Berliner Nacht – der französische Regisseur und Haute-Couture-Designer Manfred Thierry Mugler, der gemeinsam mit Roland Welke, einem der erfolgreichsten europäischen Showmacher, die Regie und das Buch verantwortet. Unterstützung erhalten die Beiden von dem italienischen Modedesigner und Illustrator Stefano Canulli, der bereits 2003 mit Mugler die Kostüme für die Cirque-du-Soleil-Show „Zumanity“ entworfen hat. Am 23. Oktober soll an der Friedrichstraße Weltpremiere gefeiert werden.

Kennengelernt haben sich Thierry Mugler, weltweit bekannt durch sein gleichnamiges Mode- und Parfumlabel und als künstlerischer Berater von Beyoncé sowie Lady Gaga, und Berndt Schmidt bei der Friedrichstadt-Palast-Premiere von „Yma“ im September 2010. „Er war begeistert von den Möglichkeiten des Hauses – und ich bin sowieso schon mein Leben lang begeistert von ihm“, so der Intendant über die Kooperation.

Das höchste Budget in der 95-jährigen Geschichte

Auch Mugler freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem Friedrichstadt-Palast. „Berlin ist für mich eines der wichtigsten Zentren freier Kreativität. Ich schätze die geistige Offenheit in der Stadt sehr“, sagt der ehemaliger Balletttänzer und fügt hinzu: „‚The Wyld‘ steht für die Schwingungen der Stadt: Energie, Modernität, Zeitlosigkeit und Kultur. Das ist es, was ich mit dieser Show vermitteln will.“ Der Friedrichstadt-Palast sei der einzige Ort, an dem man ein solches Projekt möglich machen könne.

Aktuell arbeiten bereits zehn Choreografen, darunter internationale Branchenstars wie Brian Friedman und Itzik Galilimit, mit den 60 Tänzern des Friedrichstadt-Palastes – ihres Zeichens die größte stehende Showballett-Compagnie der Welt – an „The Wyld“. Dass sich der Aufwand und das immerhin höchste Budget in der 95-jährigen Geschichte seines Hauses am Ende lohnen werden, davon ist Berndt Schmidt fest überzeugt. „Jede erfolgreiche Show überwältigt die Gäste. Ohne Überraschung keine Ovationen. Das erfordert schon mal seinen Preis“, so der Produzent. Und schließlich sei die Show wie gemacht für Berlin: „Wunderbar und sonderbar zugleich. Sehr modern, aber auch archaisch und skurril.“

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