Achim Achilles

Fit in den Frühling – So macht das Laufen wieder Spaß

Dranbleiben, weitermachen, kämpfen - gar nicht einfach, wenn das Essen so lecker, das Aufstehen so mühsam ist und der Meniskus so knarzt: Achim Achilles verrät zehn Tricks wie man durchhält.

Foto: Getty Images

Laufen anfangen heißt noch lange nicht Laufen durchhalten. Klassisch beginnt das Lauffieber am 1. Januar und endet am 11. desselben Monats. War ganz schön kalt. Und windig. Dann diese Erkältung im Februar, schlimm. Laufen, Sport, Fitness, Bewegen – ging echt nicht. Schade um die Investitionen für erstklassige Schuhe, hochwertige Funktionsklamotten und die vertrödelten Beratungsstunden im Sportfachgeschäft.

Dann: aufrappeln. Wegen besseren Wetters hielt die Lauf-Begeisterung diesmal bis genau – vorgestern. Das ambitionierte „Das-wird-mein-Sportjahr-Fitnessprogramm“ lief leider nicht ganz wie geplant. Essen so lecker. Aufstehen so mühsam. Und natürlich der Meniskus. Der knarzt so komisch.

Die siebeneinhalb Jogging-Einheiten seit Jahresbeginn waren ganz gut, oder? Nein, waren sie nicht. Dranbleiben, weitermachen, kämpfen lautet die Parole. Aber wie? Ganz einfach: Mit Spaß und netten Leuten. Wäre doch unangenehm, wenn ganz Deutschland läuft, nur einer nicht. Wir haben zehn Tricks, wie man die frühlingshafte Frühform weiter ausbaut. Denken Sie daran: Laufen soll Spaß machen.

1. Termin machen

Sofort Freund anrufen und noch für heute Abend verabreden. Ja, HEUTE ABEND. Alles andere kann warten. Was kann wichtiger sein als eine verplauderte Runde durch den Tiergarten, Humboldthain oder Volkspark Friedrichshain mit anschließendem Belohnungsgetränk? Und nächste Woche wieder.

2. Neu definieren

„Laufen“ klingt anstrengend, also heißt die Einheit ab sofort „Leute treffen, quatschen, lachen“ und dabei gut gelaunt fünf Kilometer traben, oder sieben. Na gut, vier tun es auch. Ein Päuschen ist keine Schande. Schnelles Gehen ist auch okay. Die Bewegung ist nur ein Teil der Übung; die soziale Kontaktpflege ist ungleich wichtiger.

3. Überraschen

Laufen ist langweilig geworden? Da hilft nur eins: Nicht schon wieder die gleiche Strecke. Einfach mal in die andere Richtung loslaufen. Und dann Ecken-Lotto. An jeder Kreuzung oder Gabelung im Wechsel mal rechts mal links abbiegen. Spontan. Zur Sicherheit einen Zehn-Euro-Schein für die Heimfahrt mit dem Taxi einpacken. Am besten auch bestimmte Problembezirke bei Nacht meiden.

4. Mehr Zeit nehmen

Der Lauftermin wird häufig geknickt, weil 45 Minuten Sport zwischen zwei andere Termine gequetscht werden. Besser ist der Open-end-run als letzte Aktivität des Tages. Fällt das Nickerchen vorm Fernseher eben aus. Ein überschaubares Opfer.

5. Der Quickie

Okay, manchmal fehlt wirklich die Zeit für ein längeres Läufchen. Aber was kann man in 15 Minuten auf dem heimischen Flokati nicht alles Schönes treiben? Stabilisationsübungen zum Beispiel: Drei Runden Seitstütz, Sit-Ups und Liegestütze reichen, um den Schweiß aus den Poren zu treiben. Der Lohn: Ein gutes Gewissen. Unbezahlbar.

6. Uhr zu Hause lassen

Zahlen und Strecken können motivierend sein, wirken aber gelegentlich als Stressoren. Wie viele große Sportkarrieren scheiterten, weil eine einzige Einheit nicht aufgezeichnet wurde? Eben. Laufen nach Bauch-, Herz- und Lungengefühl wird von Trainern zwar verabscheut, macht aber manchmal richtig Spaß. Und vor allem kann man dann mal wieder die Umgebung genießen und schaut wieder nach vorne, statt ständig auf das Armgelenk zu blicken.

7. Ans Limit

Jeder hat so sein Idealbild des idealen Athleten. Der Eine wäre gern wie Usain Bolt, der Andere wie Haile Gebrselassie, mal will sie Madonna sein oder Inka Bause. So, und genau so rennen wir jetzt: aufrecht, mit Armeinsatz und großen, schnellen Schritten, als ginge es um olympisches Gold und so lange, bis die Birne platzt. Und dann noch 100 Meter weiter. Sieht zwar immer noch nicht ganz aus wie Bolt, aber fühlt sich fast so an. Unbedingt aufwärmen vorher.

8. Keine Belohnungen

Die motivierende Wirkung einer Gehaltserhöhung hält bestenfalls ein paar Wochen. Ebenso verhält es sich mit den Goodie-Tricks für sportliche Betätigung – sie wirken nicht lange. Wer denkt, er hätte nach einem halbstündigen Dauerlauf eine Familienpizza verdient, braucht sich nicht zu wundern, wenn er vom Training zu- statt abnimmt. Stattdessen auf einen großen Schluck kühles Wasser freuen, ganz ohne Iso oder Miso. Na gut, eine Zitronenscheibe ist erlaubt.

9. In den See

Aus „Asterix bei den Schweizern“ bekannt: Ein Bad im See ist wundervoll, auch ohne verlorenes Brotstück. Mit den Laufklamotten in jenes Wasser gesprungen, das man eben umrundet hat. Gut, ist noch etwas frisch um diese Jahreszeit. Vormerken für wärmere Temperaturen. Erfrischt und spart die Dusche daheim. Tipp: Schuhe aus vorher. Man will ja keine Gewichte an den Füßen.

10. Mut

Dieser Typ da vorn scheint ein wenig schneller zu sein. Ist vielleicht 80 Meter entfernt. Normalerweise würde ich ihn ziehen lassen. Aber heute – na warte, Bürschchen – ist er reif. Er soll heulen, wenn er meine Hacken sieht. Achtung: Nicht zu schnell losrennen, sondern ganz langsam anschleichen, ansaugen, nicht loslassen, seine Abluft einatmen, ein letztes Mal Luft holen und dann vorbei. Lächeln. Unbedingt einplanen, dass der Gedemütigte überraschend schneller werden könnte und mit einem Lächeln davonzieht. Egal. Wir haben es versucht.