Seit Beginn des Jahres sind in Berlin mehr als 50 Fahrzeuge angezündet worden. Auch in der Nacht zu Montag wurden in Neukölln und Friedrichshagen zwei Autos durch Brandstiftung zerstört, ein weiteres Fahrzeug wurde gewaltsam demoliert.
An der Schudomastraße in Neukölln hat eine Gruppe Jugendlicher ein Fahrzeug eines Unternehmens, das für die Berliner Morgenpost tätig ist, schwer beschädigt. Der demolierte Smart war mit Werbung der Berliner Morgenpost versehen. Nach Angaben eines Polizeisprechers hatte der Mieter eines Mehrfamilienhauses gegen halb drei Uhr nachts die zehn bis zwölf Jugendlichen beobachtet, als sie die Scheiben des Kleinwagens zertrümmerten.
Anschließend hoben sie das Auto im Frontbereich an und kippten es auf die Heckseite. Doch es schien der Gruppe noch nicht zu reichen und sie nahm sich ein weiteres Fahrzeug vor: den Peugeot einer Sicherheitsfirma. Die Jugendlichen schlugen auch bei diesem Fahrzeug zunächst die Scheiben ein. Dann zündeten sie den Peugeot an. Erst als der Augenzeuge die Randalierer anschrie, suchten sie das Weite. Die Unbekannten flüchteten noch vor dem Eintreffen der alarmierten Polizei in Richtung Braunschweiger Straße. Der für politische Straftaten zuständige Polizeiliche Staatsschutz hat nun die Ermittlungen übernommen.
Weniger als zehn Brandstiftungen haben politisches Motiv
Doch das war in der Nacht zu Montag nicht der einzige Fall: Ein Anwohner der Charlotte-E.-Pauly-Straße in Friedrichshagen hörte eine halbe Stunde zuvor, gegen zwei Uhr nachts, laute Knallgeräusche. Neugierig geworden, schaute der Mieter aus dem Fenster seiner Wohnung. Dabei entdeckte er einen in Flammen stehenden Honda und alarmierte die Feuerwehr. Doch trotz der schnellen Löscharbeiten durch die alarmierten Rettungskräfte brannte das Auto vollständig aus. Ein neben dem brennenden Auto abgestellter Anhänger wurde durch die Flammen ebenfalls beschädigt. Ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes hat jetzt die Ermittlungen übernommen.
Von den seit Jahresbeginn mehr als 50 Brandstiftungen an Fahrzeugen in Berlin waren allerdings weniger als zehn auf ein politisches Motiv zurückzuführen. Erst am Sonntag hatten Unbekannte an der Prinzen-/ Ecke Ritterstraße in Kreuzberg fünf Transporter der Autovermietung Robben & Wientjes angezündet. Drei Kleintransporter brannten vollständig ab, zwei weitere Transporter wurden durch das absichtlich gelegte Feuer teilweise erheblich beschädigt. Ermittler vermuten in diesem Fall einen Zusammenhang mit der wegen Böllerwürfen vorzeitig beendeten Demonstration zum Aktionstag gegen Repressionen von mehr als 1000 Anhängern der linken Szene am Sonnabend in Moabit und am Oranienplatz.
ag





