Nach einem Brandanschlag auf das Auto von „BZ“-Journalist Gunnar Schupelius prüft die Polizei nun einen politischen Hintergrund für die Tat. Wie berichtet haben in der Nacht zu Montag in Wilmersdorf drei Autos gebrannt. Unbekannte hatten offenbar zuerst den Mini Cooper des Journalisten angezündet, die Flammen griffen danach auf zwei daneben parkende Wagen über.

Am Montag hatte zunächst ein Brandkommissariat die Ermittlungen aufgenommen. Jetzt zog der für politische Delikte zuständige Staatsschutz des Landeskriminalamts die Ermittlungen an sich, wie ein Sprecher am Mittwoch auf Nachfrage sagte. Geprüft wird in dem Zusammenhang auch ein Bekennerschreiben, das auf der linksradikalen Internetplattform „Indymedia“ am Mittwoch aufgetaucht ist. Unter der Überschrift „Gunnar Schupelius militant verwarnt“ behaupten Unbekannte, sie hätten sein Auto mit Benzin und einem Zeitzünder angezündet.

Schupelius wird in dem Schreiben vorgeworfen, sich in der „BZ“ rassistisch zu äußern. Es endet mit der Drohung, er solle „lieber Backrezepte“ schreiben, sonst gebe es „Gegenfeuer“. In der Kolumne „Mein Ärger – der gerechte Zorn von Gunnar Schupelius“, schreibt der Journalist über Beobachtungen in Berlin. Der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß rief am Mittwoch zu Solidarität mit Schupelius auf. „Das sind SA-Methoden“, schrieb Stöß bei Twitter über den Angriff. Der Grünen-Abgeordnete Michael Schäfer twitterte, der Anschlag sei eine Bedrohung der Pressefreiheit.