Hellersdorf

Ausgebranntes Auto nahe Asylheim - Staatsschutz ermittelt

Vor dem Hellersdorfer Asylbewerberheim muss die Polizei nach wie vor Präsenz zeigen. Weniger als 500 Meter entfernt wurde am Wochenende ein Auto angezündet - möglicherweise von Rechtsradikalen.

Foto: Steffen Pletl

Wegen des ausgebrannten Auto an der Glauchauer Straße in Hellersdorf ermittelt nun der Staatsschutz. "Noch steht man am Anfang der Untersuchung", sagt ein Sprecher der Polizei der Berliner Morgenpost. Die Spur führt möglicherweise zur rechten Szene. Der Wagen war in der Nacht zum Sonntag angezündet worden.

Die Glauchauer Straße ist weniger als 500 Meter von dem Asylbewerberheim in der Maxi-Wander-Straße. Ein Ort um den sich seit mehr als einem Jahr in der Nachbarschaft ein brennender Streit dreht. Auf der einen Seite stehen die Gegner des Flüchtlingsheims, hauptsächlich Anhänger der rechten Szene.

Auf der anderen Seite die Asylheim-Befürworter, unter ihnen viele Anwohner. Sie vermerken im Internet, dass sie seit geraumer Zeit von Rechten beobachtet werden. Eine engagierte Helferin aus Kaulsdorf berichtet auf der Internet-Plattform www.evangelisch.de, dass sie und ihr Auto-Kennzeichen vor dem Heim fotografiert und notiert wurde.

Auch Mitglieder der evangelischen Gemeinde Hellersdorf engagieren sich, seitdem das Heim im August 2013 eröffnet wurde, für ein nachbarschaftliches Miteinander zwischen Anwohnern und Asylbewerbern.

Unbekannte versuchen, in Heim einzudringen

Doch immer wieder gibt es Attacken - vermutlich von Anhängern der rechten Szene. In der vergangenen Woche versuchten nach bisherigen Erkenntnissen sechs Unbekannte in das Heim einzudringen. Zuvor hatten sie zwei Bewohner des Heims auf offener Straße angegriffen und mit Flaschen beworfen.

In der Sylvesternacht ist die Einrichtung gezielt mit Böllern beschädigt worden. Mehrere Fensterscheiben sind zu Bruch gegangen. Verletzt wurde bei diesem Anschlag glücklicherweise niemand. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur.

Auch das Auto, das am Wochenende auf dem Parkplatz des evangelischen Gemeindezentrums Hellersdorf in Brand gesetzt worden ist, dürfte in diese Reihe der politisch motivierten Übergriffe einzuordnen sein. Denn Augenzeugen berichten, dass das Fahrzeug einem engagierten Mitglied der Bürgerinitiative zur Unterstützung der Asylbewerber gehört.

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