Auf einer Kabelbrücke nahe dem Berliner Bahnhof Ostkreuz haben unbekannte Täter am Sonntagmorgen mehrere Stromkabel in Brand gesetzt. Laut Polizei gelang es der Deutschen Bahn, eine Umleitung zu schalten, so dass der Zugverkehr unbeeinträchtigt blieb. Die Feuerwehr löschte das Feuer und der Staatsschutz nahm Ermittlungen auf.

In der Vergangenheit hat es immer wieder ähnliche Anschläge auf Bahnanlagen gegeben. So zündeten Unbekannte im Oktober an einer Bahntrasse in Rummelsburg einen Kabelkanal an und legten im Mai in einem Kabelschacht in Berlin-Zehlendorf Feuer, so dass der Verkehr mit Regionalzügen und S-Bahnen zeitweise unterbrochen war.

2011 wollten Extremisten Berlin „in den Pausenmodus“ versetzen

Der gravierendste Fall hatte sich am 23. Mai 2011 ereignet, als eine Kabelbrücke am Markgrafendamm in Friedrichshain den Verkehr auf einem halben Dutzend S-Bahn-Linien und des Regional- und Fernverkehrs zusammenbrechen ließ. Damals hatten sich Linksextreme in Bekennerschreiben damit gebrüstet, mit Sabotagehandlungen „mit Hilfe von Brandbeschleunigern und elektronischen Zeitgebern“ habe man „die Hauptstadt Berlin in den Pausenmodus“ versetzt. Die Verursacher des Anschlages konnten von der Polizei nicht ermittelt werden.

Auch andere Kriminelle haben schon für S-Bahnchaos gesorgt. Etwa als Kabeldiebe Ende Juni 2011 den S-Bahn-Verkehr im Südosten der Stadt für Stunden lahm legten, nachdem sie zwischen den Stationen Plänterwald, Kölnische Heide und Baumschulenweg Erdungs- und Signalkabel gestohlen hatten. In der Folge fielen die Ringbahnlinien S41 und S42 sowie die Linien S8, S9, S46, S47 aus, was zu massenhaften Zugausfällen im Berufsverkehr geführt hatte.

Mit der geschalteten Umleitung der für den Bahnverkehr nötigen technischen Impulse am Ostkreuz konnte die Bahn am Sonntag ein ähnliches Chaos vermeiden.

dpa/seg