Politikerin

Timoschenkos Behandlung an der Charité verläuft erfolgreich

Die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko befindet sich auf dem Weg der Besserung. Über eine mögliche Operation wollen die Ärzte in den kommenden Tagen getroffen.

Foto: Charite / picture alliance / dpa

Im Fall der früheren ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko wollen die behandelnden Ärzte „in den kommenden Tagen“ über eine Operation zur Behandlung ihres Rückenleidens entscheiden. Dies teilte das Berliner Universitätskrankenhaus Charité am Freitag mit. Derzeit werde die „konservative“ Therapie bei Timoschenko „erfolgreich weitergeführt“. Infolge der bisherigen Behandlung sei der Schmerz bereits deutlich geringer geworden. Über die Entwicklung bestehe bei der Patientin „hohe Zufriedenheit“, hieß es.

Die proeuropäische Politikerin, die in der Ukraine ebenso beliebt wie umstritten ist, war 2010 bei der Präsidentschaftswahl gegen den prorussischen Politiker Viktor Janukowitsch unterlegen. Nach dem Amtsantritt Janukowitschs war sie festgenommen und wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Im Gefängnis erkrankte die Politikerin an einem schweren Rückenleiden. Die EU machte ihre Freilassung und Behandlung zur Bedingung für die Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der Ukraine.

Im November scheiterte aber ein Gesetz im Parlament, das ihre Ausreise ermöglichen sollte. Kurz darauf sagte Janukowitsch auf Druck Russlands die Unterzeichnung des über Jahre ausgehandelten Assoziierungsabkommens ab. Die Entscheidung löste massive Proteste aus, die im Februar nach blutigen Straßenschlachten schließlich zur Entmachtung des Präsidenten führten. Im Zuge des Umsturzes wurde Timoschenko freigelassen. Vergangene Woche reiste sie nach Berlin, wo sie seitdem in der Charité behandelt wird.