Stadt der Zukunft

Der Senat hat große Pläne für Berlin im Jahr 2030

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Isabell Jürgens

Foto: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Bis 2030 wird Berlin kräftig wachsen. 250.000 Einwohner mehr erwartet Stadtentwicklungssenator Müller. Er stellte nun den Zwischenbericht für das „Berlinstrategie Stadtentwicklungskonzept“ vor.

Berlin im Jahr 2030 soll weltoffen, ökonomisch prosperierend, ökologisch ausgeglichen und sozial gerecht sein. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, sollen elf Stadtgebiete besonders entwickelt werden. So sind etwa Spandau, Buch, Wedding, Tempelhof-Südkreuz und Marzahn-Hellersdorf als sogenannte Transformationsräume vorgesehen. Der Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) stellte den vom Senat beschlossenen Zwischenbericht des Zukunftspapiers am Dienstag vor. Im Sommer werde das fertige Konzept vorliegen, sagte Müller.

Wachstum und hohe Lebensqualität müssten zusammengebracht werden, so der Senator. Es gehe aber auch darum, Freiräume, Kreativität und Offenheit zu erhalten. Berlin sollte zudem mehr aus seinem Hauptstadt-Status machen. „Es geht nicht darum, überall Weltmeister zu sein. Wir müssen die Stärken ausbauen.“

Berlin wächst laut der Bevölkerungsprognose des Senats von 2011 bis zum Jahr 2030 um rund 250.000 Einwohner – allein im vergangenen Jahr waren es gut 50.000. Bis 2030 sollen nach einer Studie des Beratungsunternehmens Prognos auch rund 170.000 zusätzliche Arbeitsplätze in der Hauptstadt entstehen. Die Frage, welche Weichen der Senat stellen muss, um diesen Prozess möglichst zum Vorteil der gesamten Stadtbevölkerung zu begleiten, will Stadtentwicklungssenator Michael Müller bis zum Sommer dieses Jahres beantworten.

Mit der „Berlinstrategie Stadtentwicklungskonzept 2030“ will der Senat die Stadt auf die Zukunft vorbereiten. Das Konzept soll die Grundlage für die Planungen neuer Wohnungen, Schulen, Kultureinrichtungen, Grünanlagen, Wirtschafts- und Forschungsstandorte sowie Straßen und Verkehrsverbindungen bilden.

Flughafen Tegel soll Standort für Zukunftstechnologie werden

In dem ressortübergreifenden Leitbild für die Stadt der Zukunft sind dazu elf sogenannte Transformationsräume festgelegt, für die die Landesregierung besondere Nutzungsschwerpunkte definiert hat, darunter etwa die Nachnutzung des Flughafens Tegel als Produktionsort für urbane Zukunftstechnologien, Buch als internationaler Gesundheitsstandort oder auch der Bereich „Stadtspree und Neukölln“ als Standort für eine breitgefächerte Kreativ-Szene. „Es geht darum, den Prozess des Wandels positiv zu begleiten und die Chancen, die das starke Wachstum bietet, richtig zu nutzen“, sagte Müller. Diesen Prozess wolle nicht die Politik allein bestimmen, sondern zusammen mit der Stadtgesellschaft, mit Verbänden, Vereinen und interessierten Bevölkerungsgruppen ausloten. In mehreren Stadtforen hatte der Senator dazu im vergangenen Jahr verschiedene gut besuchte Bürgerveranstaltungen organisiert, die sich unter anderem mit der sozialen Gerechtigkeit, der Stadtentwicklung und der wirtschaftlichen Situation der Stadt beschäftigten.

Die nächste Forumsveranstaltung soll am 7. April noch rechtzeitig vor dem Beschluss des Abschlussberichts stattfinden (ab 16.30 Uhr im Energieforum Berlin, Stralauer Platz 34 nahe Ostbahnhof). Zur Diskussion sind neben den Fachreferenten auch die jeweiligen Stadträte der betroffenen Bezirke eingeladen. Thema sind die elf ausgewählten Transformationsräume. Besucher können sich auf eine lebhafte Debatte einrichten. Denn zu den ausgewählten Standorten gehören auch so umstrittene Bereiche wie das Tempelhofer Feld, für das Bebauungsgegner einen Volksentscheid am 25. Mai erstritten haben.

Weitere Informationen zu dem Konzept online auf den Seiten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf www.berlin.de/2030