Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat Spekulationen über Finanzierungsprobleme für das Bundesinstitut für Gesundheitsforschung (BIG) im Zusammenhang mit den geheimen Konten an der Charité zurückgewiesen. „Es sollte nicht der Fehler gemacht werden, jetzt alles durcheinanderzuwerfen“, sagte Scheeres am Montag. Die vereinbarte Finanzierung des BIG habe überhaupt nichts mit dem Charité-Thema zu tun. „Ziel des BIG war es nicht, Forschungsgeld aus dem Fakultätsbereich der Charité abzuziehen und diese in die Zusammenarbeit mit einer außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu geben.“

Der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Jürgen Mlynek, hatte zuvor in einem Brief an Scheeres angekündigt, seinen Geldgeber, das Bundesbildungsministerium, zu bitten, die Helmholtz-Mittel für das BIG vorerst stoppen zu lassen. Er habe den Medien entnehmen müssen, „dass die Charité über Mittel in zweistelliger Millionenhöhe verfügt, die aus Overhead-Anteilen von Drittmittelprojekten angespart worden sein sollen“, schrieb Mlynek. „Sollte das zutreffen, entfällt die Geschäftsgrundlage.“

Scheeres sieht das BIG dagegen nicht gefährdet. „Wir gehen davon aus, dass wir hier eine Klärung herbeiführen können und das erfolgreiche und wichtige Projekt BIG wie geplant fortgeführt wird“, sagte Scheeres.

Die Charité war in der vergangene Woche in die Kritik geraten, weil sie 40 Millionen Euro aus Fördergeldern auf geheimen Konten geparkt hatte. Die Wirtschaftsprüfer des Klinikkonzerns hatten das Geld entdeckt. Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung – eine Zusammenarbeit zwischen Charité und dem Max Delbrück Centrum (MDC) – soll international Maßstäbe bei der Zusammenarbeit zwischen Forschung und Anwendung setzen.

-ker