Gurtmuffeln und Handy-Sündern in Berlin steht eine unangenehme Woche bevor. Denn wer während der Fahrt telefoniert oder seiner Anschnallpflicht nicht nachkommt, geht ein bekanntes wie enormes Risiko ein. Doch da die Einsicht vielen Verkehrsteilnehmern fehlt – was Zahlen belegen – nimmt die Berliner Polizei ab Montag die Unbelehrbaren ins Visier: Für stadtweit umfassende Schwerpunktkontrollen ist ein Großaufgebot an Beamten abgestellt.
Anders als bei der großen Verkehrsüberwachung im Herbst 2013 teilt die Polizei vorab nicht mehr mit, wo und wann welche Kontrollen stattfinden. Denn der erhoffte Abschreckungseffekt trat selten bis gar nicht ein.
Für Verkehrsteilnehmer in Berlin heißt das in dieser Woche: Es kann jeden jederzeit überall treffen. Das gilt für Auto- wie Fahrradfahrer. Die Zahlen aus der Verkehrsbilanz für 2013 machen die Dringlichkeit deutlich. Die Polizei brachte 19.710 Verstöße gegen das Handy-Verbot während der Fahrt zur Anzeige. Allein bei einer einzigen Überwachungsmaßnahme registrierte die Polizei innerhalb weniger Tage 1670 Auto- und Radfahrer, die fahrend telefonierten. Das einen Radfahrer ein solches Verhalten 25 Euro Verwarnungsgeld, einen Autofahrer gar 40 Euro und einen Punkt in Flensburg kostet, scheint kaum einen der Verkehrssünder zu interessieren.
2013 über 16.000 Verstöße gegen Anschnallpflicht
Nicht nur die Dauertelefonierer im Straßenverkehr, auch die Gurtmuffel bereiten der Berliner Polizei Sorgen. Sie registrierte 2013 insgesamt 16.521 Verstöße gegen die Anschnallpflicht. Jeder, der auf das Anlegen des Sicherheitsgurtes verzichte, nehme schwere Verletzungen im Falle eines Unfalls in Kauf, sagte Polizeisprecher Michael Merkle. Erschrocken mussten die Verkehrsexperten der Behörde immer wieder feststellen, dass in vielen Fällen auch mitfahrende Kinder ungesichert im Fahrzeug sitzen. Gerade sie seien in besonderem Maße gefährdet und auf das Verantwortungsbewusstsein der Erwachsenen angewiesen, betonte Merkle.
Dass das Verantwortungsgefühl bei einigen Autofahrern nicht sonderlich ausgeprägt ist, zeigte eine Überwachung im September 2013. Binnen kurzer Zeit wurden 2027 Autofahrer ohne angelegten Sicherheitsgurt erwischt. Zugleich waren in 162 Fällen mitfahrende Kinder unzureichend oder gar nicht gesichert. „Wir werden daher in den kommenden Tagen in den Morgenstunden im Umfeld von Grundschulen und Kindertagesstätten gezielt kontrollieren, ob Kinder vorschriftsmäßig gesichert sind“, kündigte Merkle an.




