Wettbewerb

Hohe Käsetorte ist die hohe Kunst des Backens

In der Kreuzberger Marheineke-Markthalle wurden die besten Käsekuchen der Region gekürt. Denn laut Expertenmeinung gilt: „Die hohe gebackene Käsetorte ist die hohe Kunst des Backens.“

Foto: Andreas Gandzior

„Da ist echte Vanille aus Sri Lanka in meinem Käsekuchen drin“, verrät Ulrich Kuhnt. „Haben mir Freunde aus dem Urlaub mitgebracht.“ Die kleinen schwarzen Punkte auf der cremig gelblich-weißen Oberfläche des Kuchens lassen das zarte Vanillearoma nur erahnen.

Mit der Liebe und Leidenschaft für Omas Käsekuchen und deren Originalrezept hat sich der 49-Jährige aus Schmargendorf dem Vergleich mit 77 weiteren Käsekuchen gestellt. Einen Preis konnte er am Sonnabend nicht einheimsen, dafür durften sich seine Freunde auf den Kuchen freuen.

Es war am Sonnabend bereits die achte Auflage des Käsekuchen-Wettbewerbes der Region Berlin-Brandenburg unter der Schirmherrschaft der Konditoren-Innung Berlin. Aufgereiht standen die Kuchen auf dem Expertenprüfstand in der Marheineke-Markthalle an der Kreuzberger Bergmannstraße.

Diese „wundervollen Zeugnisse handwerklichen Könnens, handwerklicher Kreativität und Geschicks“, so die Veranstalter, galt es, zu kosten und zu testen. „Die Teilnehmer treten mit ihren Produkten in den Kategorien Käsekuchen mit und ohne Obst, hohe gebackene Käsetorte und Eierschecke an“, erklärte Jurymitglied Björn Bandelow, Bäcker und Lebensmitteltechniker.

Zwölf Experten hatten die Qual der Wahl

Dabei müsse die hohe gebackene Käsetorte eine Mindesthöhe von sieben Zentimetern aufweisen. „Die hohe gebackene Käsetorte ist die hohe Kunst des Backens.“ Nur allzu bekannt ist die mittelschwere Back-Katastrophe, wenn die goldgelbe Oberfläche des warmen Kuchens trichterförmig einsackt. Ganz wichtig für die richtige Konsistenz sei es, den steifen Eischnee richtig mit der Quark- beziehungsweise Schichtkäsemasse zu verrühren, verrät Bäckermeister und Konditor Holger Schüren.

Zwölf Experten in vier Jury-Gruppen hatten die Qual der Wahl, aus 78 Produkten die Sieger rauszuschmecken. Besonderes Augenmerk lag bei der Bewertung auf dem Gesamtbild, der Ober- und der Schnittfläche, der Struktur des Kuchens und natürlich dem Geschmack. In der Kategorie hohe gebackene Käsetorte bewerteten die Jury-Gruppen unabhängig voneinander drei Käsetorten punktgleich mit 4,9 von fünf möglichen Wertungspunkten. Somit gab es drei erste Plätze.

16 Käsekuchenkreationen wurden von den Besuchern probiert und für den Publikumspreis bewertet. Anschließend brachte die Versteigerung von einigen der Käsekuchen 500 Euro für Ausbildungsprojekte der Innungen. Drei Jurymitglieder hatten dann nach mehr als 50 süßen Kostproben genug. „Wir gehen jetzt schön scharfe Curry essen“, sagen sie. „Das machen wir jedes Jahr nach dem Käsekuchen-Wettbewerb.“