Kurz nach ihrer Ankunft in Berlin ist die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko in der Charité untersucht, aber noch nicht operiert worden. Es sei noch nicht sicher, ob eine OP empfehlenswert sei, sagte Charité-Chef Karl Max Einhäupl am Sonnabend in Berlin.
Timoschenko wird seit Freitag in Berlin behandelt und leidet an Bandscheibenvorfällen. Zunächst solle geklärt werden, in welchem Bereich der Wirbelsäule die stärksten Schmerzen entstünden, sagte Einhäupl.
Dazu sei eine Kernspintomographie gemacht worden. Sie ergab drei, bereits bekannte Bandscheibenvorfälle, die sie in den vergangenen zweieinhalb Jahren erlitten habe. Am Montag werde endgültig über die Therapie entschieden. Wie lange Timoschenko bleiben müsse, sei noch nicht klar. Die Behandlungskosten übernehme sie selbst. Sie liege in einem normalen Krankenzimmer, werde jedoch von Security geschützt.
Die 53-Jährige habe starke Schmerzen im unteren Rücken, die ins rechte Bein zögen, sagte Neurologe Matthias Endres. Sie nehme fast täglich Schmerzmittel. Timoschenko sitze im Rollstuhl oder bewege sich nur mit einem Rollator. Sie habe einen starken Willen, sich der Therapie zu stellen und wirke nicht ungewöhnlich geschwächt.
Timoschenko will vor allem gesund werden
Die Ärzte sagten, die Politikerin sei eine bescheidene Patientin. Sie wirke erleichtert, gefasst und wolle schnell wieder gesund werden. Zur Zeit wird die 53-Jährige mit Physiotherapie und Wassergymnastik behandelt. Außerdem erhalte sie schmerz- und entzündungshemmende Medikamente.
Sollte sie operiert werden müssen, dann könne dies mit einem minimalinvasiven Eingriff geschehen. Die OP würde zwischen 30 und 60 Minuten dauern. Danach könnte Timoschenko nach etwa fünf tagen die Charité wieder verlassen.
Timoschenko, die im Februar aus der Haft freikam, wird bereits seit rund zwei Jahren von Spezialisten der Universitätsklinik behandelt. Sie hat seit 2011 mehrere Bandscheibenvorfälle erlitten. In der Ukraine hatte sie eine Operation und auch jegliche Injektionen abgelehnt, weil sie den Behörden nicht traute.
dpa/kö/sei




