Zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien wird es auf der Fanmeile im Tiergarten keinen festen Zaun geben. Das sagte Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) am Freitag. „Nur ein mobiler Zaun ist bis zur Weltmeisterschaft noch realistisch“, so Müller. Ob es unter diesen Umständen eine Fanmeile gebe, liege in der Verantwortung des Bezirks, der darüber zu entscheiden habe.

Bezirksbaustadtrat Carsten Spallek (CDU), der seit mehr als einem Jahr aufgrund von Sicherheitsgutachten für den festen Zaun plädiert, sieht den Senat mit seiner Verzögerungstaktik in der Schuld. „Wir haben neun Monate Zeit verloren, weil unsere Unterlagen in der Senatsverwaltung lange nicht geprüft worden sind“, sagt Spallek.

Allerdings sieht Spallek seine Verwaltung auch nicht in der Pflicht, über Sicherheitsanforderungen zu entscheiden. Die zuständige Genehmigungsbehörde sei die Verkehrslenkung Berlin, die der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung unterstellt ist, so der Bezirksstadtrat. Sie müsse die Stellungnahmen vom Bezirk Mitte, der Polizei und der Feuerwehr zur Sicherheit der Partymeile auf der Straße des 17. Juni prüfen. „Ich hoffe sehr, dass die Verkehrslenkung Berlin Lösungen sucht und findet, damit eine Fanmeile auch ohne festen Zaun stattfinden kann“, sagte Spallek. Er werde lediglich über die Sondernutzung des Straßenlandes befinden.

Michael Müller wiederum sieht die Verantwortung beim Bezirk. Der habe den Ablaufplan für die Erstellung der Bauunterlagen für einen festen Zaun und die Ausschreibung der Arbeiten so terminiert, dass die Installation ohnehin erst im Oktober hätte beginnen können.

Während Spallek auf einen festen Zaun dringt – nicht zuletzt aufgrund der Loveparade-Katastrophe 2010 in Duisburg – ist Stadtentwicklungssenator Michael Müller „nicht überzeugt, dass zwingend ein Zaun im Tiergarten gebraucht wird“. Seit 200 Jahren sei er offen, und alle würden es genießen. Das öffentliche Leben sollte nicht kaputt gemacht werden. Eine absolute Sicherheit gebe es nicht, man müsse aber auf Lagen reagieren. „Jenseits von Großveranstaltungen gibt es noch ein öffentliches Leben“, sagte Michael Müller.

kla