Die Berliner Polizei wendet sich im Fall des Toten aus dem Volkspark Jungfernheide mit der Veröffentlichung von neuen Fotos und weiteren Fragen an die Öffentlichkeit. Die ermittelnde 6. Mordkommission hofft, so Hinweise zur Identität des bislang Unbekannten zu erhalten.

Am 17. Februar 2014 hatten Spaziergänger am frühen Abend die Knochen in der Jungfernheide unweit der Autobahn A111 gefunden. Die Überreste hatten nach Angaben der Polizei ein Stück weit aus dem Boden geragt.

Die Fundstelle befand sich abseits der Spazierwege zwischen Wasserturm und Kurt-Schumacher-Damm im nordöstlichen Bereich der Charlottenburger Parkanlage.

Der Tote hat laut Polizei nicht tief im Erdreich gelegen, sodass Wildtiere es leicht hatten, den Körper zu finden. So ist es zu erklären, dass die Füße der Leiche fehlen. Sie konnten auch bei einer Suche mit Spürhunden nicht gefunden werden.

Rechtsmedizinische Untersuchungen ergaben, dass der noch nicht identifizierte, etwa 1,80 Meter große Mann zwischen 35 und 50 Jahre alt war, als er starb. Er war erschlagen worden.

Auffällig sind eine Teilprothese im Oberkiefer des Opfers, durch die zwei Schneidezähne ersetzt wurden, und ein Tattoo, vermutlich fünf Buchstaben an der Innenseite des linken Unterarms.

Bei der Leiche fanden die Beamten einen Schlafsack. Nun veröffentlichte die Polizei Fotos von einem vergleichbaren Artikel. Bei dem Aufnäher handelt es sich um eine Bedienungs- und Pflegeanleitung in griechischer Sprache. Nach bislang vorliegenden Erkenntnissen wurde diese Art von Schlafsäcken von der Berliner Stadtmission oder möglicherweise auch von vergleichbaren Einrichtungen an Obdachlose ausgegeben. Der Bestand der Stadtmission rekrutiert sich aus Spenden.

Unklar ist bislang noch, ob der Leichnam vor Wochen oder gar Monaten vergraben wurde.

Die Kriminalpolizei fragt:

Wer kennt einen Mann, der am linken Unterarm das abgebildete Tattoo trug oder wer kann Angaben dazu machen?

Wer kann Hinweise zu einem Mann geben, der einen solchen Zahnersatz hat beziehungsweise einmal eine Zahnlücke in den oberen Schneidezähnen hatte, der seit Wochen oder Monaten aber verschwunden ist?

Wer hat in den vergangenen Wochen oder Monaten im Jungfernheidepark, insbesondere im Bereich zwischen Wasserturm und Kurt-Schumacher-Damm verdächtige Beobachtungen gemacht?

Wer kennt Personen, die im Besitz eines solchen Schlafsacks waren?

Wer hat Schlafsäcke dieser Art bei der Stadtmission oder bei vergleichbaren Einrichtungen gespendet?

Hinweise nimmt die 6. Mordkommission in der Keithstraße 30 in 10787 Berlin-Tiergarten unter der Rufnummer (030) 4664-911666 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.