Flüchtlingslager

Auf dem Oranienplatz werden jetzt Holzhütten errichtet

Während Verhandlungen zum Flüchtlingscamp in Berlin-Kreuzberg laufen, haben Bewohner begonnen, auch einfache Hütten zu bauen. Dabei soll das Lager als dauerhafter Schlafplatz aufgelöst werden.

Foto: Massimo Rodari

Auf dem Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg sorgt eine neue Entwicklung für Irritationen. Vereinzelt schon vor Wochen, in den letzten Tagen offenbar verstärkt haben Bewohner des umstrittenen Flüchtlingslagers begonnen, neben den Zelten mit Brettern auch einfache Hütten zu bauen. Die Bautätigkeiten laufen zeitlich parallel zu den Verhandlungen, die Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) mit den Flüchtlingsgruppen führt – eigentlich mit dem Ziel, das Camp als dauerhaften Schlafplatz aufzulösen.

„Das irritiert mich schon sehr“, sagte Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) am Freitag auf Anfrage. „Warum führen Teile der Flüchtlingsgruppen Verhandlungen mit Frau Kolat und bauen dann hinter ihrem Rücken Hütten?“ Herrmann betonte jedoch auch, dass die Bretterbuden eher provisorische als dauerhafte Bauten seien. „Teilweise wurde damit schon im Winter begonnen.“ Absprachen dazu im Vorfeld habe es mit dem Bezirk nicht gegeben, hieß es beim Bezirksamt. Auch seien offenbar inzwischen wieder neue Bewohner aus anderen Teilen Deutschlands in das Camp eingezogen.

Bei der Senatsverwaltung von Kolat wollte man sich am Freitag auf Anfrage nicht zu den Vorgängen äußern. Das Schweigen der Senatorin empfindet vor allem die Bezirksbürgermeisterin als schwierig. „Wir kriegen seit Wochen keinen Kontakt zu Frau Kolat hin“, sagte Herrmann. Im Bezirksamt sei daher kein aktueller Stand über die Verhandlungen mit den Flüchtlingen bekannt, die seit etwa sechs Wochen laufen. „Der Bezirk ist gar nicht eingebunden, nicht einmal im Hintergrund“, so Herrmann. Deshalb halte sie sich nun bei Fragen nach der Zukunft des Flüchtlingslagers zurück.

Wie berichtet, haben auch andere Senatsmitglieder kaum Kenntnis über den Fortschritt der Verhandlungen mit den Flüchtlingen. Dem Vernehmen nach soll Kolat zugesagt haben, den Oranienplatz als dauerhafte Plattform für den Protest zu sichern. Gleichzeitig soll das Camp als Schlafplatz aufgegeben werden.

Der Kreuzberger CDU-Abgeordnete Kurt Wansner sieht die Verhandlungen gescheitert. „Die Holzhütten sind ein Symbol für den Besetzerwillen auf dem Oranienplatz“, sagte Wansner und forderte Kolat auf, die Gespräche abzubrechen und den Platz zu räumen.