Nach einem Raubüberfall auf ein Restaurant müssen sich ein früherer Chef einer Rockergruppe sowie vier weitere Angeklagte vor dem Berliner Landgericht verantworten.

Die Männer im Alter von 25 bis 51 Jahren sowie eine 27-jährige Frau sollen am 4. März 2013 in Berlin-Neukölln mehr als 12.000 Euro erbeutet haben. Ein Zeuge sei mit einer Waffe bedroht und gezwungen worden, sich auf den Boden zu legen. Die Staatsanwaltschaft geht von einem besonders schweren Raub aus. Einer der mutmaßlichen Täter ist wegen Gewalttaten vielfach vorbestraft.

Drei der Angeklagten lehnten die Richter zu Beginn des Prozesses am Donnerstag ab, weil sie ihnen Befangenheit vorwarfen. Die Anklage wurde noch nicht verlesen.

Für die Verhandlung wurden erhöhte Sicherheitsvorkehrungen angeordnet. Ein 50-Jähriger war Angaben zufolge jahrelang Präsident einer von ihm gegründeten Rockergruppierung, die den Hells Angels nahe stehe. Auch weitere Angeklagte seien dem Berliner Rockermilieu zuzuordnen.

Bei dem mutmaßlichen Raub sollen die Angeklagten einen Überfall auf die 27-Jährige vorgetäuscht haben, die das Fast-Food-Restaurant leitete. Mehrere Verteidiger warfen den Richtern vor, sie hätten die Frau im Vorfeld des Prozesses indirekt aufgefordert, den früheren Rocker-Chef „wahrheitswidrig zu belasten“.

Über den Ablehnungsantrag muss nun eine andere Strafkammer des Landgerichts entscheiden.

dpa/sei