Spezialeinsatzkräfte (SEK) des Landeskriminalamtes haben am Mittwochmittag einen weiteren Haftbefehl in Zusammenhang mit dem Mord in einem Wettbüro in Reinickendorf vollstreckt. Gegen 13.50 Uhr überwältigten die Beamten in einem Großeinsatz einen 30-jährigen Tatverdächtigen in der Nähe seiner Wohnung in Berlin-Reinickendorf.
Der Mann soll sich bei der Verhaftung gewehrt und dabei eine Gesichtsverletzung erlitten haben. Er wurde ins Virchow-Klinikum eingeliefert, Polizisten sicherten das Krankenhaus.
Der Verhaftete soll deutscher Nationalität sein, wie die Berliner Morgenpost erfuhr und auf Antrag der Staatsanwaltschaft Berlin einem Ermittlungsrichter zur Verkündung des Haftbefehls vorgeführt werden. Die intensiven Ermittlungen der 3. Mordkommission des Landeskriminalamtes dauern weiterhin an.
Im Zusammenhang mit dem Mord an Tahir Ö. ist der Mann der zehnter Tatverdächtige, der nun gefasst wurde.
Erst am Montag war der Initiator des Wettbüro-Mordes festgenommen worden. SEK-Beamte überwältigten den 37 Jahre alten Mann gegen 10.30 Uhr in der Nähe seiner Wohnung in Spandau an seinem Auto. Unmittelbar zuvor hatte der Mann laut Polizei noch eine schussbereite Waffe weggeworfen.
Bei dem 37-Jährigen handelt es sich um den Bruder des Türstehers, der am 13. Oktober 2013 bei einem gewalttätigen Streit vor einer Diskothek an der Alexanderstraße mit einem Messer von dem späteren Mordopfer verletzt worden war.
Wie berichtet, hatten insgesamt 13 Männer am 10. Januar das Wettbüro „Expekt“ an der Residenzstraße in Reinickendorf gestürmt und den 26-jährigen Tahir Ö. in einem Hinterzimmer niedergeschossen. Videoaufnahmen der Tat hatten die Ermittlungen erleichtert.
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