Armut trifft jeden siebten Berliner. 15,2 Prozent der Bevölkerung gelten als armutsgefährdet. Das geht aus dem Regionalen Sozialbericht 2013 hervor, den das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg veröffentlicht hat. Unterdurchschnittlich betroffen sind Ältere – 8,1 Prozent der Personen ab 65 Jahren gelten als armutsgefährdet. Doch die Zahl steigt langsam an. Größer ist das Risiko für Kinder unter 18 Jahren. 17,8 Prozent von ihnen droht die Armut – Tendenz sinkend.

Die allgemeine Armutsgefährdungsquote im Land Berlin bewegt sich seit 1996 um 15 Prozent herum. Inbegriffen sind Personen, die statistisch als arm oder streng arm eingestuft werden. Männer haben gegenüber Frauen insgesamt ein leicht erhöhtes Armutsrisiko. Nur im Ausbildungsalter von 18 bis unter 25 Jahren und im Rentenalter ab 65 Jahren sind Frauen etwas höher gefährdet.

Doch was heißt Armut in Berlin? Als Vergleichsgröße dient ein gemitteltes Einkommen pro Kopf. Der Bericht setzt im Landesmaßstab die Schwelle zur Armutsgefährdung bei 798 Euro monatlichem Nettoeinkommen eines Erwachsenen. Das sind 60 Prozent des mittleren Vergleichseinkommens. Die Armutsschwelle liegt bei 665 Euro (50 Prozent). Als streng arm gilt, wer weniger als 532 Euro (40 Prozent) zur Verfügung hat. Alle Armutsschwellen sind wegen allgemein steigender Einkommen und tendenziell sinkender Kinderzahl im Haushalt seit 1996 stetig angestiegen.

In Neukölln gilt jeder Vierte als arm

Schwierig ist die Situation für Migranten: Sie haben mit 27,2 Prozent ein mehr als doppelt so hohes Armutsrisiko wie Berliner ohne Migrationshintergrund (elf Prozent). Der Bezirk Neukölln hat den höchsten Anteil an armutsgefährdeten Einwohnern. Fast jeder vierte lebt hier am Rande der Armut. Es folgt Friedrichshain-Kreuzberg (21,1 Prozent ). Den geringsten Anteil an armutsgefährdeten Einwohnern hat Steglitz-Zehlendorf (9,1 Prozent). Gegen Armut helfen höhere Bildungsabschlüsse und mehr Erwerbsbeteiligung.

Schließlich gilt als reich, wem mehr als 2659 Euro monatlich zur Verfügung stehen. 1996 lag die Berliner Reichtumsschwelle noch bei umgerechnet 2161 Euro. Brandenburg hat Berlin sogar überholt. Dort gilt man ab monatlichen 2673 Euro als wohlhabend. 1996 waren es noch 1884 Euro. In Brandenburg leben 14,6 Prozent der Bürger mit einem Armutsrisiko.