Die Wahrscheinlichkeit, in Berlin das Opfer von Taschendieben zu werden, ist im vergangenen Jahr zum vierten Mal in Folge deutlich angestiegen. Mit fast 20.800 Fällen im Jahr 2013 betrug die Zunahme satte 15,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig sank die Zahl der aufgeklärten Taten erneut von 4,6 auf 3,6 Prozent.
Beliebte Tatorte in Berlin sind laut Polizei der Alexanderplatz und dort vor allem der Bereich rings um die Weltzeituhr, Kurfürstendamm, Hackescher Markt, der Flughafenbus TXL, S-Bahnen und U-Bahnen sowie die Flughäfen Tegel und Schönefeld. Grundsätzlich ziehen belebte Orte wie Großveranstaltungen, Wochen-, Floh-, und Kunstmärkte Taschendiebe an.
Rucksäcke nach vorn
Umso wichtiger sei vorbeugendes Verhalten, raten erfahrene Kriminalbeamte. So sollten etwa Umhängetaschen quer über der Brust, Rucksäcke nach vorn getragen und Bargeld nur in verschließbaren Hosentaschen oder in Innentaschen von Jacken verstaut werden. Reisende sollten Wertsachen am besten gleich im Hotelsafe deponieren. Außerdem gilt grundsätzlich: Im Restaurant niemals Taschen an den Stuhl hängen und Geldbörsen oder Handys auf Tische oder Bartresen legen.
Gefährlich ist es auch, Geldscheine nach dem Abheben an Geldautomaten zu zählen, erst recht auf offener Straße. Darum sollten Bankautomaten an beliebten Touristenorten gemieden und eher in ruhigeren Gegenden benutzt werden. Eine sichere Alternative ist, das Bargeld an einem Bankschalter abzuheben.
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist ein Taschendiebstahl nicht immer vermeidbar. Dann können zusätzliche Schutzmaßnahmen helfen, den Schaden zu minimieren. Allen voran sollten Kreditkarten nach dem Diebstahl sofort unter der Hotline 116 116 gesperrt werden. Vor Reisen ist es hilfreich, Kopien aller wichtigen persönlichen Dokumente anzufertigen und diese entweder im Koffer sicher zu verstauen oder in einer Innentasche zu tragen.
Wichtige Rufnummern notieren
Notieren sollte man sich zudem wichtige Telefonnummern von Banken und Kreditkarteninstituten, Rufnummern von Freunden oder Verwandten sollte man ebenfalls nicht nur im Handy abspeichern, sondern zusätzlich auf Papier parat zu haben. Das gilt ebenso für die SIM-Kartennummer des Mobiltelefons. Für viele ist der Verlust eines Notebooks eine wahre Horrorvorstellung. Sinnvoll ist es daher, die Festplatte regelmäßig zu sichern.
Die Täter, die meist zu zweit oder zu dritt agieren, gehen überaus routiniert und trickreich vor. Zumeist lenkt einer das Opfer ab, der zweite greift zu. Oft wandert die Beute dann blitzschnell zu einem weiteren Komplizen, der die Beute fortschafft, noch bevor der Bestohlene den Verlust bemerkt. Beispiel: Mit aufgeklappter Restaurantkarte fragt ein Gast: „Was bedeutet... .“ Während Sie antworten, nimmt ein Komplize das unter der Karte liegende Handy an sich, lässt es in eine Jackentasche gleiten und verlässt das Lokal. Draußen nimmt ein dritter das iPhone an sich und verschwindet.
Die beliebtesten Tricks der Taschendiebe sind das Abdecken der ausgespähten Beute wie Portemonnaies, Bankkarten und Smartphones mit Stadtplänen und Zeitungen, das Anrempeln oder Beschmutzen der Kleidung, aber auch Geldwechsel-Tricks. Eine ausführliche Liste der Taschendiebtricks bietet die Internetseite der Berliner Polizei unter: berlin.de/polizei/kriminalitaet/taschendiebstahl.html





