Die Zahl der gestohlenen und aufgebrochenen Autos hat in Berlin im vergangenen Jahr stark zugenommen. Das geht aus polizeiinternen Unterlagen hervor, die der Berliner Morgenpost vorliegen. Demnach wurden in den sechs Berliner Polizeidirektionen vergangenes Jahr 6088 Kraftfahrzeuge gestohlen, ein Plus von fast sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Besonders betroffen vom Autodiebstahl ist demnach der Osten Berlins, jeder vierte Fall ereignete sich der Statistik zufolge in der Direktion 6, die Lichtenberg, Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf umfasst.

Deutlicher noch ist die Steigerung bei der Zahl der aufgebrochenen Autos. 35.926 Fälle registrierte die Polizei, eine Zunahme von rund 16 Prozent. Besonders in der Direktion 4 im Südwesten wurde diese Straftat angezeigt. Die Täter suchen in den aufgebrochenen Wagen gezielt nach Wertgegenständen im Handschuhfach oder stehlen eingebaute Navigationsgeräte.

Die Aufklärungsquote ist beim Diebstahl aus Fahrzeugen sehr niedrig

Nach Angaben eines Polizeiführers seien beim Diebstahl aus Kraftfahrzeugen häufig gut organisierte Banden tätig. Gerade Navigationsgeräte aus hochwertigen Automarken seien begehrt, sie würden in Deutschland im Internet versteigert oder in Osteuropa verkauft. Besonders die Automarken Audi, Volkswagen und Skoda lägen derzeit im Fokus der Diebe, weil deren Navigationsgeräte durch das Einschubsystem im Armaturenbereich leicht zu erbeuten seien. Die Aufklärungsquote ist beim Diebstahl aus Fahrzeugen sehr niedrig. Den Daten aus den Direktionen zufolge lag sie vergangenes Jahr lediglich zwischen drei und sieben Prozent.

Am Montag wollen Polizeipräsident Klaus Kandt und Innensenator Frank Henkel (CDU) offiziell die „Polizeiliche Kriminalstatistik“ für 2013 vorstellen. Die Daten aus den sechs Berliner Polizeidirektionen lassen aber bereits erste Rückschlüsse auf die Entwicklung einiger Straftaten im vergangenen Jahr zu. So gab es neben den Autodiebstählen auch mehr Kellereinbrüche (15.356 Fälle, plus 14 Prozent) und gestohlene Fahrräder (26.456 Fälle, plus 1,6 Prozent). Raub, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen registrierte die Polizei 2013 in den Bezirken dagegen weniger als im Vorjahr.

Südwesten Berlins ist sicherer

Insgesamt zählten die sechs Direktionen mehr als 363.000 Straftaten. Der größte Anteil davon mit etwa 20 Prozent wurde in der Direktion 5 (Friedrichshain-Kreuzberg/Neukölln) angezeigt, mit 14 Prozent Anteil war die Direktion 4 (Steglitz-Zehlendorf/Tempelhof-Schöneberg) am wenigsten belastet. Nicht eingerechnet sind in der Statistik Taten wie Mord und Totschlag, Sexualdelikte, Betrugsfälle oder etwa der überwiegende Teil der Fälle von Taschendiebstahl – diese werden beim Landeskriminalamt (LKA) bearbeitet. Zuletzt kamen inklusive der Daten vom LKA knapp 500.000 Straftaten im Jahr zusammen.

Positiv scheint sich nach den Daten aus den Polizeidirektionen besonders der Trend bei gefährlichen und schweren Körperverletzungen auf Straßen und Plätzen entwickelt zu haben. Demnach wurden 3370 solcher Fälle in allen Direktionen registriert, ein Minus von rund 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der größte Anteil an den Fällen wurde in der Direktion 5 bearbeitet, zu der Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg zählen, fast jede dritte Körperverletzung wurde hier erfasst. Dagegen wurde nur knapp jede zehnte Tat in der Direktion 4 begangen, also in Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg.

Ganz ähnlich verteilt sich auch das Aufkommen von Raub und räuberischer Erpressung in Berlin. Insgesamt zählten alle Direktionen 5913 Raubdelikte, fast acht Prozent weniger als im Jahr 2012.