Die Berliner S-Bahn will einen weiteren Streckenabschnitt auf eine modernen Zugsicherung umstellen. Am Montag wird dazu zwischen den Bahnhöfen Yorckstraße und Teltow Stadt das neue Zugbeeinflussungssystem ZBS in Betrieb genommen. Der Systemwechsel bei der Signal- und Sicherungstechnik auf dem 13,7 Kilometer langen Abschnitt sorgt allerdings am Wochenende für erhebliche Einschränkungen für die S-Bahn-Nutzer.

So wird von Freitag, 22 Uhr, bis Montag, 1.30 Uhr, auf der Linie S2 (Bernau–Blankenfelde) der Zugverkehr zwischen Anhalter Bahnhof und Marienfelde eingestellt, es fahren ersatzweise Busse. Zwischen Marienfelde und Lichtenrade pendeln in dieser Zeit die Züge. Fahrgäste von und nach Blankenfelde wird empfohlen, auf die Regionalexpress-Linien RE3 und RE7 auszuweichen.

Auf der S25 (Hennigsdorf–Teltow Stadt) fahren die Züge nur noch zwischen Hennigsdorf und Potsdamer Platz. Zwischen Anhalter Bahnhof und Teltow wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Der fahrplanmäßige Zehn-Minuten-Takt auf der S1 (Oranienburg–Potsdam) wird am Sonnabend nur zwischen Nordbahnhof und Potsdam angeboten. Im Nachtverkehr von Sonnabend zu Sonntag gibt es von 1 bis 7 Uhr auf Teilabschnitten der Linien S1, S2, S25, S41, S42, S8 und S9 zusätzliche Einschränkungen (Weitere Einzelheiten unter www.s-bahn-berlin.de).

Umrüstung ersetzt Technik aus den 1920er-Jahren

Hintergrund der Umrüstung: In weiten Teilen des Berliner S-Bahn-Netzes wird noch eine Technik eingesetzt, die aus den 20er-Jahren des vergangen Jahrhunderts stammt. Sogenannte Fahrsperren verhindern dabei, das ein Zug etwa bei einem Rot zeigenden Signal einfach weiterfahren kann. Überfährt der Zug dann einen solchen Punkt, wird per Anschlag eine automatische Bremsung ausgelöst.

Das mechanisch wirkende System gilt als bewährt und zuverlässig, ist aber sehr wartungsintensiv und erfüllt nicht die Anforderungen der modernen Eisenbahntechnik. Bislang wurde jedoch nur die knapp zehn Kilometer lange Strecke zwischen Schönholz und Hohen Neuendorf auf das elektronisch funktionierende ZBS umgestellt. Das ursprüngliche Ziel, das gesamte S-Bahn-Streckennetz bis 2017 umzurüsten, ist nach Meinung vieler Experten kaum noch erreichbar.

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