Der brutale Mord an einem 26-Jährigen in einem Reinickendorfer Wettbüro hätte möglicherweise von der Polizei verhindert können. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht von „Spiegel online“.

Der schwerwiegende Vorwurf: Das Landeskriminalamt habe bereits Ende Oktober 2013 gewusst, dass „Tahir Ö.“, so heißt es, und zwei Männer „im Auftrag von Kadir P. ermordet werden“ sollten. Dies gehe nach Angaben der Sendung „Spiegel TV“ aus dem Vermerk eines LKA-Fahnders vom 29. Oktober hervor, den der Beamte nach einem Gespräch mit einem V-Mann erstellt haben soll.

Hintergrund sei die Auseinandersetzung des späteren Opfers Tahir Ö. vor einer Diskothek Mitte Oktober gewesen, bei der ein Gefolgsmann des früheren Rocker-Anführers Kadir P., 29, verletzt worden war. Der 26-jährige Tahir Ö. und zwei Männer namens Ekrem und Ferhat hatten bei dem Angriff Messer und Teleskopschlagstöcke eingesetzt.

Mit diesem Wissen hätte die Berliner Polizei sogenannte Gefährderansprachen führen können. Das ist ein gängiges Instrument, um potenzielle Gewalttäter von ihrem Plan abzubringen. Doch dies sei laut „Spiegel online“ nicht geschehen. Der Leiter des Landeskriminalamtes, Christian Steiof, habe im Falle von Kadir P. die Wirkung und Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme als „ausgesprochen gering“ beurteilt.

Eine Anfrage der Berliner Morgenpost, ob die Polizei trotz Abhörmaßnamen wie behauptet keine Kenntnis über den Aufenthaltsort von Tahir Ö. hatte und deshalb auch keine Schutzmaßnahmen für den Mann ergriffen habe, blieb am Sonntag unbeantwortet. Tahir Ö. wurde am 10. Januar 2014 erschossen, acht tatverdächtige Rocker sind seither wegen gemeinschaftlichen Mordes verhaftet worden, darunter auch der mutmaßliche Auftraggeber Kadir P.

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pol