Auf 1,2 bis 1,5 Millionen Euro schätzt Friedrichshain-Kreuzbergs Baustadtrat Hans Panhoff (Grüne) die Kosten, wenn das Gebäude an der Reichenberger Straße nach der Besetzung durch Flüchtlinge wieder hergerichtet werden muss. Denn gemäß einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung soll es zu einem Haus für Kiezprojekte werden.
Doch seit Anfang Dezember 2012 wohnen Flüchtlinge in der Gerhart-Hauptmann-Schule. Wie lange sie bleiben, ist unklar. Panhoff hofft darauf, dass der künftige Betreiber des Projektehauses die Kosten für die Wiederherrichtung des Gebäudes übernimmt, wenn die Besetzung beendet ist.
Amt hat bereits 115.000 Euro ausgegeben
„Es sieht nicht schön aus, die Wände sind beschmiert“, so der Stadtrat. „Aber die Bausubstanz des alten Schulgebäudes ist nicht in Mitleidenschaft gezogen.“ Damit das so bleibt, investiert das Amt auch während der Besetzung immer wieder in Reparaturen und Instandsetzung. Seit Mitte November 2013 seien dafür 40.000 Euro ausgegeben worden, antwortete Panhoff (Grüne) auf die Anfrage des CDU-Bezirksverordneten Timur Husein. Von Beginn der Besetzung bis Mitte November 2013 hatte das Amt bereits rund 115.000 Euro für die Schule ausgegeben. Rund 100.000 Euro kosteten Heizung, Wasser, Strom und die Ertüchtigung des Brandschutz. Etwa 15.000 Euro flossen in Reparaturen und Instandsetzungen.
Die Ausgaben für das Gebäude steigen, und die Einnahmen sinken. Denn der einzige reguläre Mieter im Haus, der Fixpunkt e.V., hat die Miete für Januar und für Februar 2014 einbehalten. Damit finanziere der Verein die drei Schutztunnel für seine Mitarbeiter, so Panhoff. Die Beschäftigten sahen sich gefährdet, weil im Dezember 2013 immer wieder Gegenstände aus den oberen Etagen der Schule geworfen wurden – Matratzen, Holzlatten, Stereoanlagen, Feuerlöscher, sogar Sofas.
Afrika-Flüchtlinge und Roma-Familien
Fixpunkt ist anerkannter Träger der Drogenhilfe. Er hat seine Geschäftsstelle und zwei Suchthilfeprojekte in der Schule. Der Verein zahle 1779,24 Euro im Monat, sagte Stadtrat Panhoff. Von Juni bis zum Jahresende sei diese Miete um 25 Prozent gemindert worden. Sowohl die Mietminderung als auch das Einbehalten der Miete sind im Einvernehmen zwischen Bezirksamt und Verein geschehen. Es sei angemessen, so Panhoff. „Es sind Erschwernisse da, die wir anerkennen.“ Man versuche, die Situation so zu gestalten, „dass Fixpunkt dort seine Arbeit einigermaßen durchführen kann“. Der Sicherheitsdienst, der das Haus künftig betreuen soll, werde zwischen 20.000 und 30.000 Euro im Monat kosten. Ein Angebot liege vor.
Es sind vor allem Flüchtlinge aus Afrika, die in der Gerhart-Hauptmann-Schule leben. Auch einige Roma-Familien sind eingezogen. Für bis zu 250 Menschen ist das Gebäude eine Unterkunft. Baustadtrat Hans Panhoff ist mindestens einmal wöchentlich in der Schule und sucht das Gespräch mit den Bewohnern.





