Ein 38-Jähriger, der den sechs Jahre alten Sohn seiner Cousine missbraucht hat, muss für drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Das Berliner Landgericht sprach ihn am Donnerstag des schweren sexuellen Missbrauchs in fünf Fällen schuldig.
Der Mann hatte die Taten umfassend gestanden. Dies habe sich strafmildernd ausgewirkt, weil er damit dem Kind eine sehr belastende Aussage im Prozess erspart habe, hieß es im Urteil.
Die Staatsanwältin hatte drei Jahre und neun Monate Gefängnis verlangt, die Verteidigung eine Strafe von unter drei Jahren Haft
Der Mann, der viele Jahre in Frankreich als Schausteller auf Mittelaltermärkten tätig war und nach seiner Rückkehr in der Nachbarschaft seiner Cousine in Berlin-Hellersdorf wohnte, war mit dem Sechsjährigen ins Schwimmbad gegangen oder am Abend als Babysitter eingesprungen. Bei den Taten zwischen November 2012 und April 2013 hatte das Kind bei ihm übernachtet.
Der 38-Jährige hatte sich im Prozess auf den Konsum großer Mengen Alkohol und Drogen berufen. Er sei bei allen Taten stark angetrunken gewesen und habe keine Erklärung für die Übergriffe, sagte er.
Die 26 Jahre alte Mutter des Jungen hatte dagegen erklärt: „Ich habe ihm das Beste, das es in meinem Leben gibt, anvertraut. Wäre er betrunken gewesen, hätte ich es nicht getan.“ Die Folgen bei ihrem Kind seien erheblich. Der Kleine kaue an den Fingernägeln, wache nachts auf und habe in seinem Zimmer „eine Falle für böse Menschen“ gebaut.
Auch die Richter kamen zu dem Schluss, dass der Mann bei den Taten „nicht derart alkoholisiert war“. Alkohol und Drogen hätten aber bislang zu seinem Leben gehört. Sie ordneten auch eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.





