Kaltluft aus Russland hat das frühlingshafte Temperaturniveau in Deutschland Ende Januar 2014 wieder etwas ausgeglichen. Unter dem Strich war der Monat nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) dennoch 2,8 Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Die erste Januar-Woche war fast sechs Grad wärmer. Niederschlag fiel nur im Nordosten und auf den Bergen als Schnee. Insgesamt war es aber trocken – das Monatssoll wurde nur zu 75 Prozent erfüllt.

In Mecklenburg-Vorpommern war es am kältesten. Dort lag die Durchschnittstemperatur nur um 0,8 Grad über dem langjährigen Mittel. In Bayern war es am wärmsten, der Normalwert wurde um 3,6 Grad übertroffen.

Brandenburg mit 0,5 Grad (der jeweilige vieljährigen Mittelwert: -0,8 Grad) und Berlin mit 0,6 Grad (-0,5 Grad) zählten im Januar zu den kalten Bundesländern. Die Niederschlagsmenge kam in Brandenburg auf etwa 34 l/m² (40 l/m²) und in Berlin auf 32 l/m² (42 l/m²). Die Sonne schien in Brandenburg rund 48 Stunden (44 Stunden) und in Berlin 42 Stunden (43 Stunden). Am Morgen des 20. Januar 2014 sorgte Glatteis in Berlin und weiten Teilen Brandenburgs für erhebliche Behinderungen im morgendlichen Berufsverkehr. In Langenlipsdorf, östlich von Wittenberg, sank das Quecksilber am 25. Januar 2013 auf -18,8 Grad. In Berlin lag das erste Januardrittel durchschnittlich bei +6 Grad, das letzte dagegen bei -6 Grad.

Steigende Temperaturen erwartet

Für die nächsten Tage erwarten die Meteorologen wieder steigende Temperaturen: „Es wird eine Spur milder“, sagte Michael Tiefgraber. Auch im Nordosten, wo sich der Januar mit Dauerfrost verabschiedet, klettern die Temperaturen tagsüber wieder über null Grad.

Atlantiktief „Nadja“ vertreibt am Wochenende die Kaltluft von Russlandhoch „Can“ aus Deutschland. Das bedeutet milderes Wetter, Regen und Glatteisgefahr. Ein Ausläufer von „Nadja“ werde ab Sonnabend früh langsam von Westen her Deutschland überqueren und bis Montag früh für Niederschläge sorgen, sagte Meteorologe Christoph Hartmann am Freitag voraus. Der Kampf zwischen „Can“ und „Nadja“ wird begleitet von starkem Wind, der im Nordwesten und an der See auch Sturmböen bringt.

Zwar soll es im Flachland regnen, aber es kann gefährlich glatt werden. Das russische Hoch „Can“ hatte in den vergangenen Tagen vor allem nordöstlich der Weser und im Südosten für gefrorenen Boden gesorgt. Auf dem kalten Untergrund könne der Regen gefrieren, sagte Hartmann. Auf den Bergen fällt Schnee.

Vorhersage für Brandenburg und Berlin

Am Sonntag bringt starke Bewölkung vor allem in der Südosthälfte Brandenburgs noch zeitweise leichten Regen, während sich in der Prignitz später Auflockerungen durchsetzen. Die Temperatur erreicht 3 bis 5 Grad, in Berlin 4 Grad. Der schwache Wind weht aus Südost bis Süd.

In der Nacht zu Montag hört der Regen im Süden und Osten weitgehend auf, kann aber teils in Schnee übergehen. Nach Nordwesten zu lockern die Wolken vorübergehend stärker auf. Nachfolgend bildet sich stellenweise Nebel, zum Teil mit Reifglätte. Die Tiefsttemperatur liegt bei schwachem Süd- bis Südostwind zwischen +1 und -3 Grad, in Berlin bei -1 Grad. Es muss auch mit Glätte durch Überfrieren gerechnet werden.

Am Montag löst sich der Nebel teilweise nur zögernd auf. Meist überwiegt starke Bewölkung. Auch im Tagesverlauf setzen sich nur örtliche Auflockerungen durch. Es ist weitgehend niederschlagsfrei bei einer Höchsttemperatur zwischen 2 und 5 Grad, in Berlin um 4 Grad. Der schwache Wind weht aus Südost bis Ost.

In der Nacht zu Dienstag lockert die Bewölkung zum Teil stärker auf. Stellenweise bildet sich Nebel und bei einer Tiefsttemperatur zwischen -1 und -4 Grad an der Oder, in Berlin um -1 Grad. Örtlich ist mit Glätte durch Reifablagerungen oder überfrierende Nässe möglich. Der Südostwind weht schwach.

sei/dpa