Berliner helfen

Kältehilfe – Berliner zeigen Herz für Obdachlose

Gemeinsame Spendenaktion von Berliner Morgenpost und 104.6 RTL: Leser und Hörer haben bereits 26.000 Euro gespendet. Das Geld geht an Notübernachtungen und Wohnungslosen-Ambulanzen und den Wärmebus.

Foto: JakobHoff / Jakob Hoff

Die gemeinsame Spendenaktion der Berliner Morgenpost und dem Radiosender RTL 104,6 für die Obdachlosen zeigt Wirkung: „Durch die Unterstützung der Morgenpost können wir unsere Gäste recht prima versorgen – nette Spender bringen die Dinge, die wir erbaten. Unsere Lebensmittelkammer war ziemlich leer, hat sich aber langsam gefüllt. Das hält bestimmt noch einige Tage an“, sagt Dieter Puhl, Leiter der Bahnhofsmission am Zoo.

Auch die Aufrufe bei 104,6 RTL mobilisieren die Berliner. „Täglich hört man den Aufruf zur Hilfe für die Bedürftigen im Radio. Wir haben ihn in die Tat umgesetzt: Zwei Mitarbeiter unseres Senioren-Domizils Britz haben Donnerstagnachmittag sieben Kartons mit warmer Winterkleidung, (Schuhe, Hosen, Pullover, Mützen, Schals und Unterwäsche) in der Bahnhofsmission am Zoo abgegeben. Die Sachen wurden dankbar angenommen“, schreibt die Einrichtungsleiterin Diana Seidel per E-Mail.

Notübernachtungen überbelegt

Durch den Kälteeinbruch Ende vergangener Woche sind viele Einrichtungen der Berliner Kältehilfe an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Die Notübernachtung der Berliner Stadtmission am Hauptbahnhof nimmt zur Zeit 180-200 Menschen pro Nacht auf, doppelt so viele wie eigentlich Schlafplätze vorhanden sind. „Abgewiesen wird aber niemand. Wir wollen verhindern, dass jemand auf der Straße erfriert“, sagt die Sprecherin der Stadtmission, Ortrud Wohlwend.

Der Berliner Senat hat am Donnerstag angekündigt, die Schlafplätze für Obdachlose aufzustocken. „Von Sonnabend an können wir 40 weitere Schlafplätze in einer neuen Immobilie in Reinickendorf anbieten“, sagte Sozialsenator Mario Czaja (CDU). Ganz so schnell ginge es aber doch nicht, widerspricht Ulrich Neugebauer, Leiter der Kältehilfe der Stadtmission. „Wir wollten die zusätzlichen Plätze in einem Wohnheim einrichten. Da muss aber noch einiges geklärt werden. Vielleicht klappt es aber in einer anderen Immobilie“. Damit erreiche das Land seine angestrebte Zielzahl von 500 Notschlafplätzen für obdachlose Menschen während der Wintermonate. Im Dezember seien es 476 Plätze gewesen, erklärte Sozialsenator Czaja.

Schlafsäcke und Isomatten

Für die Verpflegung und medizinische der Obdachlosen und die nicht vom Senat finanzierten zusätzlichen Schlafplätze sind die sozialen Träger der Notübernachtungen auf Spenden angewiesen. Und auch hier zeigen die Berliner ihre Hilfsbereitschaft: seit Beginn der Kältehilfe Anfang November bis jetzt sind bereits 20.000 Euro auf dem Spendenkonto von Berliner helfen e.V. zusammengekommen. Und da viele Leser das ganze Jahr hindurch für Obdachlose spenden, können nun 26.000 Euro an die Berliner Kältehilfe ausgeschüttet werden. Eine Spende über 3000 Euro geht an den Wärmebus des Roten Kreuzes. Um zu verhindern, das Obdachlose erfrieren, sind jede Nacht zwei Kältebusse der Stadtmission und der Wärmebus des DRK unterwegs. „Wir fahren zu den Stellen, an denen Obdachlose ihr Lager aufgeschlagen haben. Wenn sie nicht in eine Notunterkunft gefahren werden wollen, versorgen wir sie mit Isomatten, Schlafsäcken und heißen Getränken“, sagt Rüdiger Kunz vom DRK. Und er bestätigt, dass der Spendenaufruf bei den Berlinern ankommt: „Der Wärmebus wird seitdem viel öfter von besorgten Bürgern gerufen. Da können wir die Spende gut gebrauchen, um Isomatten und Schlafsäcke zu kaufen.“

Die direkte Telefon-Nummer vom Wärmebus lautet: (0170) 9100042 (jede Nacht ab 18 Uhr bis 24 Uhr). Die Kältebusse erreicht man unter (0178) 5235838 (von 21 Uhr bis 3 Uhr morgens).

Spende für Jenny de la Torre

Mit den Kältehilfe-Spenden werden auch die Obdachlosen-Ärztin Jenny de la Torre in Mitte und die Ambulanz für Wohnungslose der Caritas am Bahnhof Zoo unterstützt. Sie erhalten jeweils 5.000 Euro, ebenso wie die Gebewo und die City Station der Stadtmission in der Joachim-Friedrich-Straße, die Notübernachtungsplätze zur Verfügung stellen. Die Bahnhofsmission am Zoo hat bereits eine Spende über 3.000 Euro erhalten.

Der Leiter der Kältehilfe bei der Stadtmission, Ulrich Neugebauer, hat noch eine besondere Bitte was die Sachspenden betrifft: „Was wir wirklich brauchen ist Unterwäsche, Unterwäsche, Unterwäsche und Strümpfe. Außerdem Kaffee, H-Milch und Zucker.“ Die Sachen können abgegeben werden in der Stadtmission, Lehrter Str. 68, 10557 Berlin. Montag bis Freitag von 8 bis 16.30 Uhr. Tel. (030) 6903333

Spendenaktion

Um die Berliner Kältehilfe zu unterstützen, bitten die Berliner Morgenpost und der Radiosender 104.6 RTL um Spenden für die Obdachlosen.

Sachspenden: Männerschuhe in großen Größen, Unterwäsche und Socken können abgegeben werden beim Radiosender 104.6 RTL, Kurfürstendamm 207–208, 11. Etage, von Montag bis Freitag, 8–19 Uhr, Sonnabend 9–14 Uhr und beim DRK in Wilmersdorf, Bundesallee 73, Montag bis Freitag, 8–18 Uhr.

Geldspenden: Berliner helfen e.V., Spendenkonto 55, Stichwort: Kältehilfe, BLZ 100 205 00, Bank für Sozialwirtschaft.