Reitsport

SPD und CDU wollen Berlin zur Pferdemetropole machen

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Jens Anker

Foto: Andreas Gebert / dpa

Die Hauptstadt soll wieder ein Zentrum des Pferdesports werden. Zumindest wenn es nach SPD und CDU geht. Sie wollen am Freitag das Potenzial ausloten. Dann könnte ein Traditionsturnier wiederkehren.

Die Hauptstadt soll Pferdemetropole werden. Die Regierungsfraktionen SPD und CDU drängen den Senat, den Pferdesport zu fördern. „Der Senat wird aufgefordert zu prüfen, wie der Pferdesport in Berlin unterstützt werden kann“, heißt es in einem Antrag der Koalition für den Sportausschuss. An diesem Freitag hat sie deshalb eine Anhörung beantragt, die das Potenzial der Pferdestadt Berlin ausloten soll. Geladen sind der Präsident des Landesverbandes Pferdesport Berlin und Brandenburg, Peter Krause, und der Hauptsattelmeister des Landesgestüts Neustadt (Dosse), Henning Müller.

Neustadt, das gerade seine 225-jährige Verbundenheit mit dem Reitsport feiert, hat Berlin längst den Rang als Pferdemetropole des Ostens abgelaufen. Während es in Berlin seit Jahren kein Reitturnier von Bedeutung mehr gibt, blüht das CSI-Turnier in Neustadt seit Jahren auf. „Es gibt Bestrebungen, auch in Berlin wieder ein Turnier zu etablieren“, sagt Peter Krause. Die politische Unterstützung des Senats würde dabei helfen. Denn das Berliner Reitturnier hat Tradition. Seine Premiere im Sportpalast liegt mehr als 90 Jahre zurück, ab 1936 fand es in der Deutschlandhalle statt, 2003 allerdings zum letzten Mal.

Reitstadion im Olympiapark soll seit Jahren restauriert werden

Bei der Anhörung sollen aber auch Fragen des Breitensports besprochen werden. „Berlin bietet mit den vorhandenen Sportanlagen für die Ausübung des Pferdesports grundsätzlich gute Bedingungen“, heißt es in dem Antrag weiter. Aber eben nur grundsätzlich. Seit Jahren soll das Reitstadion im Olympiapark restauriert werden, geschehen ist bislang nichts. „Wir sollten auch daran denken, das Reiten als Therapie auszubauen“, sagt der sportpolitische Sprecher der CDU, Peter Trapp. Und der Tierschutz dürfe nicht außer Acht gelassen werden, mahnt die Reitsport-Expertin der Grünen, Anja Schillhaneck.

Dass Berlin ein Herz für Pferde hat, bewies die Polizei am Dienstag. Nach einem Sturz in unwägbarem Gelände war der fünfjährige Wallach Ivan in Hakenfelde verschreckt auf die Straße gelaufen und von einem Auto angefahren worden. Eine Polizeieskorte brachte das Pferd in die Tierklinik Düppel. Der beherzte Einsatz der Polizei zeigte Erfolg. Ivan ist außer Lebensgefahr, meldet die Klinik.