Fall 1: Ein arbeitsloses Ehepaar aus Brandenburg, das seit Jahren Hartz-IV-Leistungen bezieht, soll bei rund 450 Sexpartys in Deutschland, Österreich und der Schweiz mindestens eine Million Euro eingenommen haben. Gegen das Paar, das aus dem Landkreis Teltow-Fläming stammt, ermitteln die Sicherheitsbehörden in Frankfurt am Main wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und des Sozialhilfebetrugs.

Der 51-jährige Michael B. und seine 49 Jahre alte Frau Gunhild sollen ihre üppigen Honorare weder dem Finanzamt Luckenwalde noch dem für sie zuständigen Jobcenter Teltow-Fläming gemeldet haben. Die beiden haben mit den Partys seit 2005 angeblich knapp eine Million Euro verdient, ihr Arbeitslosengeld II soll sich auf rund 70.000 Euro belaufen haben.

Michael B. bestätigte dem „Focus“, dass er und seine Frau im Dezember 2013 bei einer Sexparty in Frankfurt am Main von Polizisten und Mitarbeitern des Ordnungsamtes kontrolliert wurden. „Die haben unsere Personalien aufgenommen, dann mussten wir raus aus dem Hotel.“ Bei der Razzia soll die Polizei zwei Laptops beschlagnahmt haben, auf denen sich detaillierte Angaben zu den Aktivitäten fanden. Das Paar war dem Ordnungsamt aufgefallen, nachdem die Partys auf einschlägigen Internetseiten beworben wurden.

Prozess in Potsdam

Fall 2: Vor dem Landgericht Potsdam beginnt an diesem Dienstag der Prozess gegen eine Bande von Viagra-Fälschern, die Einkünfte von weit mehr als 21 Millionen Euro erzielt haben sollen.

Den acht Angeklagten, Männer und Frauen im Alter zwischen 30 und 66 Jahren, wird vorgeworfen, Tausende Männer im Internet abkassiert zu haben, die sich von dem Medikament eine Potenzsteigerung versprochen hatten.

Die Viagra-Imitate waren aber meist wirkungslos. Gesteuert wurde der Betrug laut Anklage aus dem Potsdamer Raum.

Die Pillen – zumeist ohne Wirkstoff – stammen aus Asien. Über Zwischenlager sind auch Viagra-Fälschungen auf dem Postweg an Kunden verschickt worden.

Einem Angeklagten aus Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) wird unter anderem vorgeworfen, Online-Bezahlsysteme für den illegalen Pillenvertrieb entwickelt und betrieben zu haben. Die Einnahmen aus dem Internethandel sollen so auf Auslandskonten geflossen und über ein undurchsichtiges System gewaschen worden sein.

gma/dpa