Defekt

Stromausfall unterbricht Arbeit im Abgeordnetenhaus

Und plötzlich ging das Licht aus: Im Berliner Abgeordnetenhaus war am Mittwoch plötzlich der Strom weg. Eine Notbeleuchtung sorgte wieder für Licht - doch Telefone und Computer streikten.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Ein Stromausfall im Berliner Abgeordnetenhaus an der Niederkirchnerstraße hat am Mittwochnachmittag den Parlamentsbetrieb beeinträchtigt. Die Notstromanlage sorgte immerhin dafür, dass nach etwa 45 Minuten das Licht wieder ging. Vieles andere ging jedoch nicht: Computer, Telefone und Fernsehgeräte seien außer Betrieb, teilte etwa Michael Thiedemann, Sprecher der CDU-Fraktion, mit. Wann der Stromausfall exakt begann, ließ sich nicht ermitteln. Einige Abgeordnete sprachen von 16 Uhr, andere setzten ihn einige Minuten früher an. Der Verwaltung oder der Pressestelle des Landesparlaments waren keine Details zu entlocken: Die Mitarbeiter waren ebenfalls telefonisch nicht zu erreichen, die Website des Parlaments ließ sich nicht aufrufen.

Aber via Twitter und SMS brachten die Parlamentarier ein wenig Licht ins Informationsdunkel: Sven Kohlmeier, rechtspolitischer Sprecher der SPD, meldete: "Die Steckdosen gehen nicht mehr." Alle Laptops liefen nur im Akkubetrieb. Ramona Pop, Fraktionschefin der Grünen, teilte am späten Nachmittag mit, auch die Server seien betroffen, es sei derzeit nicht möglich, Mails zu senden oder zu empfangen. Kohlmeier twitterte später, dem Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses drohe ein Umzug, nach einiger Wartezeit konnte die Sitzung doch fortgesetzt werden.

Gemütliches Notlicht

Das Notlicht sei gemütlich, bemerkte der SPD-Politiker. Der Verkehrsausschuss brach hingegen seine Sitzung ab, als es zu dunkel wurde, um ohne elektrisches Licht zu tagen. Doch auch das Nachhausefahren gestaltete sich nicht einfach: "Türschließanlage zum Parkplatz funktioniert auch nicht", meldete erneut Sven Kohlmeier. Das Jugendforum "Denk!mal 2014" konnte aber um 18 Uhr im Plenarsaal beginnen.

Offenbar handelte es sich um ein gebäudeinternes Problem. Dem Energieversorger Vattenfall als Betreiber des Verteilnetzes lag keine Störungsmeldung für den Bereich vor. "Was immer da passiert ist: Ich kann ausschließen, dass es durch das allgemeine Stromnetz verursacht wurde", sagte Vattenfall-Sprecher Hannes Hönemann der Berliner Morgenpost. Bei umliegenden Gebäuden gebe es keinen Stromausfall.

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