Preiserhöhung

Taxifahren in Berlin wird ab Februar 6,8 Prozent teurer

Der Senat beschließt nach monatelangen Diskussionen mit den Berufsverbänden die Anhebung der Taxi-Tarife in Berlin. Mit der Einführung eines gesetzliche Mindestlohns steht die nächste Preisrunde an.

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Nach monatelangen Diskussionen mit den Berufsverbänden hat der Senat am Dienstag die Anhebung der Tarife für die mehr als 7600 Taxis in Berlin beschlossen. Demnach erhöht sich die Grundpreis, der zu Beginn jeder Taxifahrt angezeigt wird, um 20 Cent auf 3,40 Euro. Der Kilometerpreis für Fahrten bis zu sieben Kilometern steigt von 1,65 Euro auf 1,79 Euro. Der Kilometerpreis für längere Fahrten bleibt dagegen unverändert bei 1,28 Euro.

Laut Senat verteuert sich damit eine 14 Kilometer lange Fahrt etwa vom Alexanderplatz bis zum Flughafen Tegel von 23,60 auf 24,80 Euro. Auch mit der Tarifanhebung liege Berlin weiterhin im Durchschnitt der Tarife anderer deutscher Großstädte, betonte die zuständige Senatsbehörde. Die neuen Tarife werden voraussichtlich in vier Wochen – also Mitte Februar - in Kraft treten.

Die letzte größere Erhöhung der Taxipreise erfolgte zum 1. Juli 2009 und liegt damit fast fünf Jahre zurück. Zwischenzeitlich ist lediglich eine Zusatzgebühr von 1,50 Euro für das bargeldlose Bezahlen sowie von 50 Cent für den Einstieg am Flughafen Tegel eingeführt worden.

Taxi-Verbände begrüßen Tarifanpassung in Berlin

Entsprechend fielen die Reaktionen der Berufsverbände der Taxifahrer aus. „Die Tarifanpassung war überfällig“, sagte etwa Uwe Gawehn, 1. Vorsitzender der Innung des Berliner Taxigewerbes, die im Herbst 2012 gemeinsam mit anderen Branchenorganisationen einen Erhöhungsantrag gestellt hatte.

Die Verbände hatten zur Begründung auf erheblichen Kostensteigerungen etwa bei Kraftstoffen sowie Werkstatt- und Versicherungsleistungen verwiesen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die das Taxigewerbe beaufsichtigt, hatte dies nur teilweise akzeptiert. So konnten sich die Branchenverbände in wichtigen Punkten nicht durchsetzen.

So bleibt der sogenannte Winkemann-Tarif für die beliebten Kurzstreckenfahrten (bis zu zwei Kilometer) unverändert bei vier Euro. Die Taxiverbände hatten sich einen Aufschlag von einem Euro gewünscht. Ebenfalls unberücksichtigt blieb die Forderung, dass auch Wartezeiten im Stau vom Fahrgast bezahlt werden müssen. Derzeit darf die Gebührenuhr erst bei einem Stillstand von länger als einer Minuten weiterticken.

Die nächste Tarifanpassung ist bereits in der Diskussion. Sie würde mit der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro unvermeidbar, heißt es bei den Verbänden. Die meisten angestellten Taxifahrer verdienen demnach weniger als sechs Euro pro Stunde.