Ziemlich genau ein Jahr ist es her, als Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD) vor die Presse trat und eine neue Strategie für den Umgang mit dem Personal im Berliner öffentlichen Dienst skizzierte.

Die jeweiligen Behörden sollten über ihren derzeitigen Bedarf hinaus ausbilden dürfen, wenn sie wüssten, dass Spezialisten in Ruhestand gehen und man diese perspektivisch ersetzen müsse.

Qualitative Aussagen zum Einstellungskonzept fehlen

Das klang nachvollziehbar und allen war klar, dass der Kurswechsel der rot-schwarzen Koalition nach Jahren des rabiaten und unkontrollierten Personalabbaus ohnehin eher zu spät als zu früh kam. Aber wie so oft in Berlin – geschehen ist nichts.

Die Stadt bildet weniger junge Leute aus als vor Jahresfrist. Das ist wenig überzeugend, wenn man gleichzeitig von Unternehmen mehr Engagement im Kampf gegen den Fachkräftemangel und Jugendarbeitslosigkeit fordert. Vor allem zeigen die Reaktionen der involvierten Senatsressorts auf Nachfragen zur Ausbildungsplatzsituation, wie weit unten dieses Zukunftsthema auf den Agenden der zuständigen Politiker rangiert. Die Innenverwaltung schiebt die Verantwortung auf Finanzen, Finanzen verweist auf Arbeit und so weiter.

Qualitative Aussagen, warum jetzt welche jungen Menschen eingestellt werden oder warum eben nicht, sind nicht zu bekommen. Wie unter diesen Bedingungen das lange angemahnte Personalentwicklungskonzept für Berlins öffentlichen Dienst entstehen soll, bleibt rätselhaft.