Seit den frühen Morgenstunden haben in Berlin rund 45 Beamte der Bundespolizei den Firmensitz eines Unternehmens an der Tempelhofer Alboinstraße durchsucht. Dabei handelt es sich um eine Firma, die für die Sicherungsmaßnahmen bei Bauarbeiten bei der Deutschen Bahn verantwortlich ist und diese auch mit den Baufirmen abspricht, plant und umsetzt. Gegen einen Geschäftsführer der Firma soll wegen Betrugs ermittelt werden.
Es bestehe der Verdacht des Betruges zum Nachteil der Deutschen Bahn, bestätigte der Bundespolizeisprecher der Stuttgarter Direktion, Steffen Zaiser, der Berliner Morgenpost. Möglicherweise habe das Unternehmen Leistungen zu hoch abgerechnet oder Rechnungen für Leistungen gestellt, die gar nicht erbracht wurden und so die Deutsche Bahn erheblich geschädigt. Zeitgleich durchsuchen ungefähr 300 Beamte der Bundespolizei in acht Bundesländern zwölf weitere Firmensitze unter anderem in Erfurt und Lübeck. Das zwölfte Objekt ist nach Angaben Zaisers kurzfristig während der Durchsuchung dazugekommen. Es handle sich um ein Firmengeflecht mit zwölf Sitzen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Sachsen, Berlin, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
Bahn will sich bislang nicht zum Schaden äußern
Ein Sprecher der Bahn wollte sich nicht zu dem Schaden, der dem Unternehmen entstanden, äußern. Auch zu den Durchsuchungen und anderen Details der seit vergangenen August laufenden Ermittlungen wollte er nichts sagen. Als Grund dafür führte er das laufende Verfahren an.
Auslöser sei ein anonymer Hinweis an die Deutsche Bahn gewesen, hieß es aus Ermittlerkreisen.
Bei dem Unternehmen handelt es sich nach Angaben der Bundespolizei um ein Firmenkonglomerat, das bundesweit Firmensitze hat und auch im gesamten Bundesgebiet Baustellen der Deutschen Bahn absichert. Ersten Medienberichten, die die Durchsuchungen in den Firmenräumen mit Todesfällen auf Baustellen an Gleisanlagen in Zusammenhang brachten, widersprach Zaiser. Seit August des vergangenen Jahres ermittelt die Staatsanwaltschaft in Karlsruhe. Die Ermittlungen wegen Betrugsverdachts leite die Staatsanwaltschaft in Karlsruhe, die Federführung bei der Bundespolizei habe Stuttgart.
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