Der Prozess gegen einen 35-Jährigen, der einen betagten Bekannten um Tausende Euro geprellt haben soll, wurde am Freitag von einer Moabiter Strafkammer des Landgericht Berlin eingestellt. Zuvor hatte sich der Beschuldigte bereiterklärt, rund 132.000 Euro an den früheren Lebensgefährten seiner Großmutter zurückzuzahlen.

Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll der gelernte Heizungsmonteur im Dezember 2012 auf die Idee gekommen sein, dem Senior das Vermögen abzugaunern. Anschließend habe er den damals 86 Jahre alten Rentner immer wieder im Altenheim besucht und, so die Ermittlungen, Stück für Stück eine „Vertrauensbeziehung“ aufgebaut.

Als die Zeit reif gewesen sei, habe er dem alten Mann erklärt, dass es sinnvoll sei, sein auf verschiedenen Konten verteiltes Vermögen zusammen zu führen. Der Senior stimmte zu, und in der Folge kam es zu mehreren Überweisungen mit einer Gesamtsumme von 296.000 Euro.

Dieses Geld soll der Beschuldigte jedoch nicht auf ein Konto des Rentners transferiert, sondern selber kassiert haben. Später behauptete er, der alte Mann habe ihm dieses Geld geschenkt.

Der Beschuldigte hatte die Vorwürfe bestritten

Im Mai 2013 war zum ersten Mal ein Prozess vor einer Moabiter Strafkammer angesetzt. An diesem Tag war der Senior jedoch nicht erschienen. Der Beschuldigte hatte die Vorwürfe bestritten und ausgesagt, dass der Rentner sich als „Opa“ gefühlt habe und deswegen so großzügig gewesen sei.

Am Freitag sollte der Prozess erneut starten. Diesmal wurde der 87-Jährige im Rollstuhl herangefahren. Das Verfahren endete jedoch noch vor Beginn der Beweisaufnahme.

Es habe Aussage gegen Aussage gestanden, informierte ein Staatsanwalt am Rande des Prozesses. Der Vorwurf des Betruges wäre in der Konsequenz schwer nachweisbar gewesen. Deswegen sei es eine sinnvolle Lösung, dass der 87-Jährige jetzt einen beträchtlichen Teil seines Vermögens zurückbekomme. Der Senior habe dieser Einigung natürlich auch zugestimmt.

mim