Bergbau-Experten wollen im Frühjahr ein Verfahren ausprobieren, das die braune Verfärbung der Spree und weiterer Gewässer nachhaltig eindämmen soll. Eisen und Schwefel auf dem Grund alter Braunkohle-Kippen sollen mit Hilfe mikrobieller Lebewesen gebunden werden. Das aufwendige Pilotprojekt starte im April in Ruhlmühle im nordöstlichen Sachsen, sagte Uwe Steinhuber vom Bergbau-Sanierungsträger LMBV am Montag. Erste Versuche am Skadodamm zwischen Sedlitzer und Partwitzer See seien sehr erfolgreich verlaufen.

Angst vor Auswirkungen auf den Spreewald-Tourismus

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) ist für die ostdeutsche Braunkohlesanierung zuständig. Im Frühjahr 2013 hatte die zunehmende Braunfärbung der Spree in der Lausitz Anwohnern Sorgenfalten auf die Stirn getrieben. Sie befürchten eine Gefahr für die Umwelt und den Spreewald-Tourismus. Bis Anfang 2014 stehen neun Millionen Euro zur Verfügung, um die Wasserqualität der Spree und weiterer Gewässer wieder zu verbessern.

Das Pilotprojekt in Ruhlmühle ist eines von mehreren möglichen Lösungen, mit dem die Wasserqualität in der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft verbessert werden soll. Steinhuber dämpfte aber die Erwartungen auf allzu schnelle Besserung: Die Erprobung des Verfahrens in Ruhlmühle werde mehrere Jahre dauern. Die Auswirkungen von 160 Jahren Braunkohle-Tagebau abzufedern – „das geht nicht von heute auf morgen“.

dpa/ap