Gegen die Verfärbung der Spree in ein gelbbraunes Gewässer wird in Brandenburg seit langem eine gemeinsame Strategie gefordert. Nun wird das Problem zur Chefsache: Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) trifft sich am Freitag mit den zuständigen Ministern, Vertretern von Behörden, Landkreisen und Kommunen sowie Bürgerinitiativen.

Die sogenannte Verockerung aufgrund hoher Eisenbelastung bereitet vor allem im Spreewald große Sorgen: Die Menschen dort fürchten, dass die Touristen wegbleiben.

Fluss mit Eisenhydroxid und Sulfaten belastet

Die Spree ist mit Eisenhydroxid und Sulfaten belastet. Die Stoffe werden zum Teil durch steigendes Grundwasser ausgewaschen, aber auch Tagebaue haben ihren Anteil an der Verfärbung – sie ist eine Spätfolge des Lausitzer Braunkohlebergbaus.

Der Bergbausanierer LMBV hat nach öffentlichem Druck gerade erst eine Studie zur Belastung des Flusses im Internet veröffentlicht. Dem Eindruck, es werde etwas verheimlicht, sollte so entgegengewirkt werden.

Noch in diesem Jahr beginnt die Reinigung der fast 400 Kilometer langen Spree, die durch drei Bundesländer führt. So ist vorgesehen, Wasser aus dem nördlichen Teil des Spreegebietes überzuleiten und verzweigte Bäche zu entschlammen.

Zu Jahresbeginn hatte sich außerdem eine Arbeitsgruppe gebildet. Es wurden Projekte gegen die zunehmende Verfärbung des Biosphärenreservates Spreewald abgestimmt. Neue Becken sind geplant, damit sich Schlamm absetzen kann. An geeigneten Stellen soll das Wasser biologisch geklärt werden.

dpa/mim