Jahreswechsel

Grünen-Politikerin will Silvesterfeuerwerk einschränken

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Foto: Franziska Koark / dpa-tmn

Der Handel hofft auf Millionen-Einnahmen mit den Böllern. Doch die Grünen-Politikerin Silke Gebel möchte das Knallen gerne einschränken. Gründe sind der Müll und die Umweltbelastung.

Für eine Einschränkung des Silvester-Feuerwerks macht sich die Grünen-Politikerin Silke Gebel stark. Die Böller sollten lediglich an ausgewiesenen Plätzen gezündet werden, forderte die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus in der „B.Z. am Sonntag“. „Ein notwendiger Schritt wäre es, das Silvesterfeuerwerk nur an ausgewiesenen Orten abzubrennen, wie auf größeren Plätzen oder an Hauptstraßen.“ Auch am Brandenburger Tor sei Feuerwerk nur auf speziellen Flächen gestattet, sagte Gebel. Die Luft sei zu Silvester 60 Mal stärker belastet als an den anderen Tagen im Jahr. Zudem müsse die Stadtreinigung Sonderschichten einlegen wegen des Mülls, begründete Gebel ihren Vorschlag.

Der Einzelhandelsverband Berlin-Brandenburg rechnet nach vorsichtigen Schätzungen eines Sprechers damit, dass zwischen Elbe und Oder mit Feuerwerk ein Umsatz zwischen sechs bis sieben Millionen Euro erzielt wird. „Der Feuerwerksverkauf zu Silvester ist ein sehr lukratives Geschäft“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands Berlin-Brandenburg, Günter Päts.

In diesem Jahr startete der offizielle Verkauf am 28. Dezember und geht bis zum Silvestertag. Kurzzeitig würden leerstehende Ladenflächen angemietet und zu Feuerwerkständen umfunktioniert, sagte Päts. Das lohne sich für Vermieter und Verkäufer.

Alle Infos zu Silvester 2013 in Berlin finden Sie HIER

Vor dem Jahreswechsel warnt der Zoll aber wieder vor dem Kauf illegaler Feuerwerkskörper aus dem Ausland. Die Böller und Raketen seien ein „nicht zu überschauendes Risiko“ – für die Käufer selbst wie auch für unbeteiligte Dritte, sagte Andreas Behnisch vom Hauptzollamt Frankfurt (Oder). Oft enthielten die Knaller Industriesprengstoff und seien eine „erhebliche Gefahr“ für die Gesundheit. Gerade in Berlin und Brandenburg kaufen viele Menschen illegale Knaller aus den osteuropäischen Nachbarländern. Abgerissene Finger oder Hände seien zum Jahreswechsel keine Seltenheit, mahnte die brandenburgisches Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke).

Auch die Feuerwehren sind für Einsätze zum Jahreswechsel gerüstet. Durchschnittlich würden in der Silvesternacht in Berlin rund 500 Menschen durch Pyrotechnik und Brände verletzt, hieß es.

750.000 Besucher am Brandenburger Tor erwartet

Rund um das Brandenburger Tor ist der Aufbau der traditionellen Silvestermeile bereits im Gange. Dort soll in diesem Jahr erneut eine der größten Open-Air-Partys der Welt gefeiert werden. Die Partymeile erstreckt sich auf der Straße des 17. Juni bis zur Siegessäule. Mehrere Straßen bleiben dann für Autos gesperrt. Als Musik-Highlights werden zum Beispiel Heino und Scooter erwartet.

Neben dem Musikprogramm ist das Feuerwerk um Mitternacht ein weiterer Höhepunkt, das zum Beispiel ARD und ZDF, RTL und RTL II übertragen wollen. In elf Minuten sollen etwa 6000 Raketen den Himmel erleuchten. Eigene Böller, Glasflaschen und Alkohol sind auf der Partymeile wie in früheren Jahren verboten.

Bei den Besucherzahlen hoffen die Veranstalter in Berlin auf mehr als 750 000. Beobachter gehen allerdings von niedrigeren Zahlen aus. dpa/alu