An diesem Sonnabend beginnt der offizielle Verkauf von Feuerwerkskörpern, um das neue Jahr zu begrüßen. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass die Pyroartikel getestet und mit Zulassungszeichen versehen sein müssten. Käufer sollten auf das sogenannte CE-Zeichen und die Kennzeichnung durch die in Berlin ansässige Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) achten, teilte die sächsische Verbraucherzentrale mit.
Im Ausland gekauftes Feuerwerk sei oft mit gefälschten Zulassungszeichen versehen, sein Gebrauch gefährlich. Nicht zugelassenes Feuerwerk zu zünden sei strafbar.
Der Einzelhandelsverband Berlin-Brandenburg erwartet zum Jahreswechsel in der Hauptstadtregion ein Millionen-Geschäft mit Feuerwerk. Nach vorsichtigen Schätzungen eines Verbandssprechers wird zwischen Elbe und Oder ein Umsatz zwischen sechs und sieben Millionen Euro erwartet. Bundesweit sind zu Silvester 2012 Knaller im Wert von rund 115 Millionen Euro über die Ladentheken gegangen.
Der Verkauf von Feuerwerk ist vom 28. bis 31. Dezember erlaubt.
Doch für die Berliner Feuerwehr ist die Silvesternacht in jedem Jahr aufs Neue eine große Herausforderung. Besonders der fahrlässige Einsatz von Pyrotechnik führt zu vielen Einsätzen – oft auch mit Verletzten. Als wesentlichen Grund habe die Feuerwehr einen zunehmenden Leichtsinn beim Abbrennen von Silvesterfeuerwerk ausgemacht. Doch 50 Prozent der Verletzungen seien bereits nicht mehr selbst verschuldet, sondern entstünden durch Querschläger oder das Beschießen von Menschen, sagte Feuerwehrsprecher Stephan Fleischer am Freitag. Durchschnittlich würden in der Silvesternacht in Berlin rund 500 Menschen durch Pyrotechnik und Brände verletzt.
Die Berliner Morgenpost beantwortet die wichtigsten Fragen für eine sichere Silvesternacht und den richtigen Umgang mit Feuerwerk.
Was ist beim Kauf von Feuerwerkskörpern zu beachten?
Vor allem sollte nur Feuerwerk mit einer Zulassung des Bundesamtes für Materialforschung und -prüfung (BAM) benutzt werden. Sogenannte „Polenböller“ sind nicht nur illegal, sondern sehr gefährlich, weil sie kleine, aber gefährliche Mengen von Sprengstoff enthalten. Der Verkauf von geprüftem Feuerwerk ist erst ab Sonnabend erlaubt.
Welche Fehler sind beim Abbrennen zu vermeiden?
Die Bedienungsanleitungen sind teilweise recht kompliziert. Es macht deshalb in jedem Fall Sinn, die Anleitungen rechtzeitig zu studieren und nicht erst nach dem dritten Glas Sekt. Grundsätzlich gilt: Das Zünden von Feuerwerk der Kategorie 2 ist nur Erwachsenen über 18 Jahren im Freien erlaubt. Und nur in der Zeit vom 31. Dezember, 18 Uhr, bis zum Neujahrstag, 7 Uhr. Raketen sollten immer einen festen Stand haben, am besten in einer Flasche, die in einer Getränkekiste steht. Nach oben dürfen keine Bäume, Markisen oder Vordächer den Raketenflug behindern. Das gilt auch für die beliebten Schussbatterien mit ihren Leuchteffekten. Die Kästen benötigen eine ebene Standfläche, um ein Umkippen auszuschließen. Feuerwerk das waagerecht fliegt, kann Menschen schwer verletzen. Böller, die in geringer Entfernung detonieren, führen zu schweren Gehörschäden. Tischfeuerwerk darf nur auf feuerfesten Unterlagen abgebrannt werden. Auf gar keinen Fall sollten Feuerwerkskörper, die nicht explodiert sind, angefasst werden. Sie könnten mit Verzögerung doch noch zünden und Verletzungen verursachen.
Welche Vorbereitungen kann ich treffen, bevor die Knallerei losgeht?
Brennbare Gegenstände sollten unbedingt von Balkonen und Terrassen entfernt werden. Es könnte nach dem Fehlstart einer Rakete in Brand geraten. Bei trockenem Wetter brennt auch Blumenerde. Fenster und Balkontüren sollten in der Silvesternacht geschlossen bleiben. Dekoration aus brennbaren Materialien und Styropor-Flocken stellen eine erhebliche Brandgefahr dar. Haustiere wie Hunde und Katzen sollten dem Lärm nicht ungeschützt ausgeliefert sein, Fenster schließen und Rollläden herunterlassen. Nach Möglichkeit sollten die Tiere von ihren Haltern abgelenkt werden, etwa durch Spielen. Beim Besuch von Veranstaltungen ist es wichtig zu wissen, wo sich Notausgänge befinden. Besser einmal überprüfen, ob diese auch nicht verschlossen sind. Werden Sicherheitsmängel erkannt, sollte der Veranstalter informiert werden. Sobald es auf Feiern gefährlich wird, weil etwa Böller auf Personen geworfen werden, sollte ein sicher Ort aufgesucht werden.
Was ist zu tun, wenn es trotzdem zu einem Brand kommt?
Ein brennender Raum ist sofort zu verlassen, denn Brandrauch ist tödlich. Türen sind zu schließen, um eine Ausbreitung zu verhindern. Die Tür sollte aber nicht abgeschlossen werden, weil sie zur Falle werden könnte. Besonders Kinder, Pflegebedürftige, Ältere und Tiere sollten im Brandfall mitgenommen, Nachbarn gewarnt werden. Danach ist sofort der Notruf 112 der Feuerwehr zu wählen. Klare Angaben sind wichtig, wo und was passiert ist, wie viele Verletzte oder Erkrankte vor Ort sind und welcher Art die Verletzungen sind.
Wer hilft, wenn der Notruf besetzt ist?
Die Leitzentrale der Feuerwehr ist in der Silvesternacht personell aufgestockt. Wenn die Warteschleife läuft oder das Telefonnetz überlastet ist, kann die Feuerwehr auch über Polizeistreifen, U-, S- und Fernbahnhöfen, Taxifahrer, Polizeiwachen erreicht werden.



