Die Berliner Feuerwehr beobachtet in der Hauptstadt einen zunehmenden Leichtsinn beim Abbrennen von Silvesterfeuerwerk. 50 Prozent der Verletzungen seien bereits nicht mehr selbstverschuldet, sondern entstünden durch Querschläger oder das Beschießen von Menschen, sagte Sprecher Stephan Fleischer am Freitag. Durchschnittlich würden in der Silvesternacht in Berlin rund 500 Menschen durch Pyrotechnik und Brände verletzt. Die Feuerwehr hat ihr Aufgebot mehr als verdoppelt: Rund 1300 haupt- und ehrenamtliche Helfer stehen Silvester bereit, um Brände zu löschen und Verletzten zu helfen.
Rund um das Brandenburger Tor hat der Aufbau der traditionellen Berliner Silvestermeile bereits begonnen. Sie erstreckt sich auf der Straße des 17. Juni bis zur Siegessäule. Zwischen dem Pariser Platz und dem Großen Stern bleiben Straßen für Autos gesperrt. Wer die große Silvesterparty samt Höhenfeuerwerk um Mitternacht genießen möchte, sollte öffentliche Verkehrsmittel nutzten – via Hauptbahnhof, Potsdamer Platz und Tiergarten.
Feuerwerkskörper und Glasflaschen sind auf dem Gelände der Festmeile verboten. Es gibt Taschenkontrollen an den Zugängen. Erwartet werden wieder mehrere Hunderttausend Gäste. Die Party zum Jahreswechsel steigt zum 19. Mal. Im vergangenen Jahr feierten nach Veranstalterangaben mehr als eine Million Berliner und Gäste auf Deutschlands größter Silvesterparty.
Die Feuerwehr wie auch die Bundespolizei warnten erneut vor dem Kauf illegaler Böller in anderen Ländern oder im Internet. Sie enthielten oft kleine Mengen echten Sprengstoffs und könnten Nutzern im schlimmsten Fall die Hand abreißen. Das Feuerwerk, das es von diesem Sonnabend an im Fachhandel zu kaufen gibt, ist geprüft. Allerdings weist die Feuerwehr darauf hin, dass zum Beispiel die Anleitungen für schuhkartongroße Batterien immer komplizierter würden. „Man sollte sie nicht erst nach dem dritten Glas Sekt lesen“, sagte Landesbranddirektor Wilfried Gräfling am Freitag.
Wichtig sei, die Batterien auf einer ebenen Fläche ohne Bäume und Dachkanten im Schussfeld zu platzieren. Raketen sollten niemals von der Hand aus abgefeuert werden. Sie gehörten in leere Flaschen – und die am besten noch in einen Getränkekasten. Feuerwerk, das waagerecht fliegt, kann Menschen schwer verletzen – auch völlig unbeteiligte Passanten.
Auch Blumenerde kann brennen
Die Feuerwehr rät, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Gerümpel von Balkonen zu räumen. Es könne nach dem Fehlstart einer Raketen in Brand geraten. Bei trockenem Wetter brenne auch Blumenerde. Die Feuerwehr warnt vor dem Kauf illegaler Böller in anderen Ländern oder im Internet. Sie enthielten oft kleine Mengen echten Sprengstoffs und könnten Käufern im schlimmsten Fall die Hand abreißen.
Auch die Leitzentrale der Berliner Feuerwehr wird in der Silvesternacht verstärkt. Dennoch könne es bei der Vielzahl der Notrufe zwischen Mitternacht und zwei Uhr morgens zu Warteschleifen kommen, sagte Gräfling. Nach zwei Uhr morgens machen der Feuerwehr weniger die Brände zu schaffen – sondern eher Partygäste, die nach Alkoholgenuss handgreiflich werden.
Unter dem Motto „Brot statt Böller“ hat das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt zum Jahreswechsel wieder zu Spenden aufgerufen. Allein in Deutschland würden zu Silvester über 100 Millionen Euro für Feuerwerk ausgegeben. Ein Teil dieses Geldes könne Menschen in Not helfen. Weltweit hungert jeder achte Mensch.



