A100

Kosten für A100 nach Friedrichshain verdoppeln sich

Nach einer Schätzung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung werden die Gesamtkosten für die 4,1 Kilometer lange Trasse vom Treptower Park bis nach Friedrichshain 531,2 Millionen Euro betragen.

Foto: Robert Schlesinger / dpa

Die Arbeiten für den umstrittenen Weiterbau der Stadtautobahn von Neukölln nach Treptow haben gerade erst begonnen, da entflammt bereits die Kontroverse um das nächste geplante Teilstück, die Verlängerung der A100 bis nach Friedrichshain. Im Mittelpunkt der Debatte: das dafür erforderliche Geld. Nach einer aktuellen Schätzung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung werden die Gesamtkosten für die gerade mal 4,1 Kilometer lange Trasse vom Treptower Park bis nach Friedrichshain 531,2 Millionen Euro betragen. Das ist fast doppelt so viel wie Ende der 90er-Jahre für das als 17. Bauabschnitt bezeichnete Autobahn-Teilstück kalkuliert.

Grüne warnen vor Kostenanstieg auf eine Milliarde

Harald Moritz, Verkehrsexperte der Grünen, schätzt, dass die Investitionskosten am Ende bei einer Milliarde Euro liegen werden. "Einen Baubeginn wird es nicht vor 2022 geben können. Bis dahin werden die technischen Anforderungen und die Baupreise weiter steigen." Moritz fordert, das Geld besser in die Modernisierung des vorhandenen Straßennetzes in Berlin zu investieren. "Wie teuer das wird, sehen wir ja beim Dreieck Funkturm."

Wie berichtet, hat der Senat beim Bund für den Bundesverkehrswegeplan ab 2015 einen Bedarf von mehr als 50 Millionen Euro angemeldet, um das marode Autobahndreieck durch einen Neubau zu ersetzen. Ein Baubeginn sei ab 2018 denkbar, so Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler.

Noch viel weiter in der Ferne liegt der beabsichtigte Weiterbau der A100 nach Friedrichshain. Zwar wurden die Mittel von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung jetzt angemeldet, doch gibt es bislang dafür gerade einmal eine Vorplanung. Wann die nächsten Planungsschritte eingeleitet werden, sei "momentan nicht absehbar", heißt es in einer Antwort von Gaebler auf eine Anfrage der Grünen.

Verlängerung der A100 politisch umstritten

Damit ist auch offen, wann die Genehmigungsverfahren für die sechsspurige Autobahn begonnen werden. Wegen der Trassenführung mitten durch Wohngebiete gilt die Verlängerung der A100 bis nach Friedrichshain als politisch höchst umstritten. "Die Autobahn würde im Bereich Frankfurter Allee direkt neben einem Elfgeschosser langführen", so Moritz. Das Haus müsste wahrscheinlich abgerissen werden.

Im Mai dieses Jahres hatten die Bauarbeiten für den 16. Abschnitt der A100 begonnen. Die Trasse vom Dreieck Neukölln bis zum Treptower Park gilt schon jetzt als teuerste Autobahn Deutschlands. Laut Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wird die 3170 Meter lange Strecke, die 2022 fertiggestellt werden soll, 473 Millionen Euro kosten.

Kritiker des Projekts befürchten, dass am Ende die Baukosten weitaus höher liegen. Am Streit über den Weiterbau der A100 waren im Herbst 2011 die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen in Berlin gescheitert. Die Grünen hatten den Bau abgelehnt, aus ihrer Sicht ist er zu teuer und verkehrspolitisch ein Fehler.

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