Im streng abgesicherten Prozess um einen Raubüberfall von Rockern auf eine Rentnerin im Juni 2010 hat ein mutmaßlicher Komplize die Aussage verweigert. Der 30 Jahre alte Kaufmann akzeptierte eine vom Berliner Amtsgericht vorgeschlagene Bewährungsstrafe im Fall eines Geständnisses nicht. Er sitzt seit Donnerstag auf der Anklagebank, weil er an der Tat beteiligt gewesen sein soll. Die Anklage nimmt an, dass der Mann in der Nähe des Tatorts wartete und an der Beute von 82.000 Euro beteiligt war.
Zwei inzwischen verurteilte Ex-Mitglieder der Rockergruppe Bandidos hatten vor Gericht behauptet, der Angeklagte sei der Tippgeber gewesen. Er habe auf der Straße gewartet, während sie selbst den als Postboten getarnten Überfall in der Hellersdorfer Wohnung der heute 71-Jährigen verübt hätten. Die Rocker hatten es nach eigenen Angaben auf das in der Wohnung gelagerte Geld ihres Sohnes abgesehen, der in Drogengeschäfte verwickelt gewesen sei.
Am kommenden Donnerstag sollen Zeugen angehört werden, die angeblich mit dem Mann zur Tatzeit ein Spiel der Fußballweltmeisterschaft angeschaut haben. Nach Angaben des Staatsanwaltes ist zu prüfen, ob ein Racheakt vorliegt, weil der Angeklagte die Rocker im Zusammenhang mit einer anderen Straftat belastet habe.
dpa/sh



