Taxifahren in Berlin wird im kommenden Jahr teurer. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung will noch im Dezember eine entsprechende Entscheidungsvorlage in den Senat einbringen. Läuft alles glatt, könnte die Erhöhung am 1. Februar 2014 in Kraft treten.
„Ich wage da aber keine Prognose, es kann auch später werden“, sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung. Einzelheiten zu den neuen Tarifen wollte die Sprecherin mit Verweis auf „noch laufende Abstimmungen“ nicht nennen. Es wäre die erste Preiserhöhung für Taxifahrten in der Bundeshauptstadt seit Sommer 2009.
Geplant ist, die sogenannte Einsteigegebühr um 20 Cent auf 3,40 Euro anzuheben. Der Streckentarif für die ersten sieben Kilometer soll sich von 1,65 Euro auf 1,79 Euro pro Kilometer erhöhen. Für längere Fahrten soll der Kilometerpreis um sieben Cent auf 1,35 Euro steigen.
Eine von Taxifahrern geforderte Verteuerung des vor allem bei Touristen beliebten Kurzstreckentarifs lehnt die Senatsverwaltung hingegen ab. Für Fahrten, die nicht länger als zwei Kilometer sind, dürfen die Taxifahrer weiterhin nur 4 Euro fordern.
Beantragt hatten einige Verbände zunächst einen Aufschlag von einem Euro. Der ist nun ebenso vom Tisch wie der geforderte Zuschlag von 4 Euro für bestellte Fahrten. Auch das Stehen im Stau soll, so dies nicht länger als eine Minute dauert, wie bisher ohne Auswirkungen auf den Fahrpreis bleiben.
„Höchste Zeit für eine Erhöhung“
Bereits vor einem Jahr hatten die Branchenverbände des Taxigewerbes eine Erhöhung der Fahrpreise beantragt. Zur Begründung verwiesen sie auf die stark gestiegenen Betriebskosten. So hätten sich zum Beispiel die Kraftstoffpreise innerhalb von zehn Jahren um 70 Prozent erhöht, die Kfz-Versicherungen seien um rund 40 Prozent gestiegen.
„Für eine Anhebung der Tarife wird es jetzt höchste Zeit“, sagte der Vorsitzende der Berliner Taxi-Innung, Uwe Gawehn. Auf die Zeit ohne Erhöhung umgerechnet würde sich Taxifahren lediglich um 1,2 Prozent pro Jahr verteuern. „Das liegt deutlich unter der Inflationsrate“, so Gawehn.
Bereits 2015 könnte allerdings die nächste Preiserhöhung anstehen. Denn der dann möglicherweise geltende Mindestlohn von 8,50 Euro ist im Tarif nicht eingepreist. Derzeit würden angestellte Fahrer im Durchschnitt nur 5,50 Euro verdienen.
Ungeachtet dessen steigt die Zahl der Taxis. Inzwischen sind 7600 Konzessionen vergeben, rund 1000 mehr als vor zehn Jahren.




