Nach Flüchtlingsumzug

31 Polizisten bei Spontandemonstration in Kreuzberg verletzt

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Foto: Paul Zinken / dpa

Die ersten Flüchtlinge haben das Camp am Kreuzberger Oranienplatz verlassen. Doch der Umzug verlief nicht reibungslos. Am Rande kam es bei einer Spontandemonstration von Sympathisanten zu Krawallen.

Nach dem Umzug der Flüchtlinge vom Oranienplatz in Kreuzberg nach Wedding ist es am Sonntagabend zu einer Demonstration mit rund 500 Teilnehmern gekommen. Bei dem spontanen Aufzug zwischen Adalbertstraße, Mariannenplatz und Oranienplatz wurden 31 Polizisten verletzt, wie die Berliner Morgenpost am Montagmorgen aus Polizeikreisen erfuhr. Dabei soll es zu fünf Festnahmen gekommen sein. Die Polizei leitete 15 Ermittlungsverfahren ein - überwiegend wegen besonders schweren Landfriedensbruchs und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz.

Rund 300 Polizisten waren im Einsatz und wurden von Demonstranten mit Flasche und Steinen attackiert. Unbekannte sprühten zudem aus dem Aufzug heraus Reizgas auf die Polizisten, außerdem wurden Feuerwerkskörper entzündet. Die Beamten setzten zu ihrer Verteidigung Pfefferspray ein. Die Polizei leitete 15 Ermittlungsverfahren ein - überwiegend wegen besonders schweren Landfriedensbruchs und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz.

Zur Demonstration waren in kürzester Zeit durch Internet-Aufrufe rund 250 Teilnehmer mobilisiert worden. Im Verlauf kamen noch einmal so viele hinzu. Hintergrund für die Versammlung war das Gerücht, die Polizei würde das Flüchtlingscamp räumen. Gegen 19 Uhr erreichte der Aufzug dann den Oranienplatz. Dort beruhigte sich die Lage allmählich. Um 22 Uhr konnte die Polizei den Einsatz beenden.

Camp noch nicht aufgelöst

Rund 80 Flüchtlinge hatten am Sonntagnachmittag den Oranienplatz verlassen und sind in ein früheres Altenheim in Wedding gezogen. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hatte die Polizei zunächst um Amtshilfe gebeten, um die leeren Schlafzelte auf dem Oranienplatz abzubauen, wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte.

Der Auszug der Flüchtlinge aus dem Zeltdorf am Oranienplatz verlief am Sonntag nicht so wie vereinbart und erhofft. Am späten Nachmittag musste die Polizei auf Bitten des Bezirksamtes Amtshilfe leisten. Der Auszug der Flüchtlinge aus dem Zeltdorf am Oranienplatz verlief am Sonntag nicht so wie vereinbart und erhofft. In den Zelten wurden alte wie auch neue Bewohner entdeckt, wie die Polizei mitteilte. Mehrere Flüchtlinge erklärten, sie würden bleiben.

Das Flüchtlingscamp gibt es nun weiter in Kreuzberg. Schon am Sonntag hatte die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne), deshalb die geplante vollständige Räumung abgesagt.

( BM/mb/ap )