Volksbegehren

Tempelhof-Initiative hat schon fast 65.000 Unterschriften gesammelt

Halbzeit für „100% Tempelhofer Feld“: Die Initiative, die die Bebauung des ehemaligen Flughafens verhindern will, hat schon 10.000 Unterschriften mehr gesammelt, als sie zu diesem Zeitpunkt bräuchte.

Die Initiative zum Erhalt des Tempelhofer Felds hat zur Halbzeit des Volksbegehrens rund 63.400 Stimmen gesammelt. Das sind fast 10.000 Unterschriften mehr, als das letztlich erfolgreiche Begehren zur Offenlegung der Wasserverträge zu diesem Zeitpunkt hatte. Für einen Erfolg sind insgesamt 174.000 Unterschriften nötig, wie die Landeswahlleiterin am Donnerstag mitteilte. Bis zum 13. Januar können Unterschriften abgegeben werden.

Die Initiative „100% Tempelhofer Feld“ will erreichen, dass das gesamte ehemalige Flughafengelände unbebaut bleibt. Für Natur, Erholung und als kulturhistorischer Ort habe es einmaligen Wert. Die Baupläne von Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) seien nicht akzeptabel, sagte Sprecher Julius Dahms.

Der rot-schwarze Senat will nur in der Mitte eine 320 Hektar große Freifläche erhalten, an drei Rändern aber sollen Wohnhäuser und teilweise auch Gewerbeflächen entstehen.

Zu Beginn der Initiative hatten die Berliner Grünen Bettina Jarasch und Daniel Wesener erklärt, der rot-schwarze Senat und die Initiative stellten die Berliner vor die falsche Alternative. Setze sich der Senat durch, drohe eine überdimensionierte Bebauung mit Luxuswohnungen. Setze sich das Volksbegehren durch, rücke die Lösung der Berliner Wohnungskrise in noch weitere Ferne.

Weder die Betonpolitik des Senats noch die „ewige Käseglocke“ seien mit moderner Stadtplanung vereinbar, sagten die Grünen-Politiker. Die Partei plädiere für ein zweijähriges Moratorium und echte Bürgerbeteiligung bei der Entwicklung des Feldes.

Die Unterschriften sollen bis zum 13. Januar 2014 an den Eingängen zum Tempelhofer Feld und im gesamten Stadtgebiet gesammelt werden. Auch Läden und Bars sind als Sammelstellen eingerichtet.