Friedhofserweiterung

Mehr Platz für muslimische Gräber am Tempelhofer Feld

Die ersten türkischen Migranten wurden meist in ihrer Heimat bestattet. Die folgende Generation will in Berlin beerdigt werden. Dem islamischen Friedhof geht der Platz aus. Nun wird er ausgebaut.

Foto: Robert Schlesinger / dpa

Nach langjährigen Debatten und Streitereien sollen Berliner Muslime deutlich mehr Platz für Gräber in der Hauptstadt bekommen. Die Fläche des islamischen Friedhofs in Berlin-Neukölln am Rande des früheren Flughafens Tempelhof wird deutlich vergrößert. Die ersten Bauarbeiten nahe der Moschee am Columbiadamm sollen Anfang 2014 beginnen, sagte die Sprecherin der Stadtentwicklungsverwaltung, Petra Rohland.

Eine etwa ein Hektar große Fläche des früheren Flughafens ist für die Erweiterung des muslimischen Teils des städtischen Friedhofs vorgesehen. In den vergangenen Jahren wurden die Gräber für Berliner Muslime knapp, weil sich immer mehr von ihnen in Deutschland begraben lassen und nicht wie früher in Herkunftsländern wie der Türkei.

Platz für 3600 Gräber

Die zusätzliche, westlich gelegene Fläche, die einem großen Fußballplatz entspricht, könnte laut Senat bis zu 3600 Gräbern Platz bieten. Der Senat ist dafür zuständig, einen Baseballplatz abzureißen und große Mengen verschmutzter Erde des ehemaligen Flugplatzes auszutauschen. „Das soll noch im Winter geschehen, damit das Leben im Park nicht gestört wird“, sagte Rohland von der Senatsverwaltung.

Der Bezirk Neukölln lässt anschließend Bäume pflanzen und Wege anlegen. Man hoffe, dass 2015 alles fertig sei, sagte Neuköllns Baustadtrat Thomas Blesing (SPD). „Wir stehen Gewehr bei Fuß und warten auf die Übergabe des Geländes durch den Senat.“ Einen weiteren muslimischen Friedhof gibt es in Gatow im Westen Berlins.

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