Diskus-Star Robert Harting hat sich für Olympische Spiele in Berlin stark gemacht. „Die Stadt hat das Know-how und die Kompetenz“, sagte der Olympiasieger am Donnerstag. Der 29 Jahre alte Top-Athlet mahnte jedoch an: „Diese Pläne müssen richtig erklärt werden – was bringt es der Stadt? Es darf nicht über den Rücken und die Seelen der Menschen hinweg geschehen.“

Harting kritisierte die Kommunikationsstrategie der gescheiterten Münchner Olympia-Pläne für die Winterspiele 2022. „Ich hatte erst kurz zuvor erfahren, dass es einen Volksentscheid gibt. Am nächsten Tag war es schon vorbei“, sagte er. Daraus müsse der deutsche Sport lernen. „Die meisten Menschen arbeiten mindestens acht Stunden am Tag. Wenn sie dann nach Hause kommen, können sie nur noch wenige Informationen aufnehmen“. Dies gelte es in Zukunft zu beachten.

Olympische Sommerspiele in Deutschland frühestens ab 2024

Nach der gescheiterten Bewerbung in Bayern gilt Berlin als möglicher Kandidat für die Ausrichtung olympischer Sommerspiele in Deutschland. Im Jahr 1993 war Berlin mit einer Bewerbung um die Sommerspiele gescheitert – aber nicht an einem Volksentscheid, sondern bei der Abstimmung im Internationalen Olympischen Comitee (IOC). Eine Bewerbung des Olympischen Sportbundes für Spiele in Deutschland wäre frühestens für 2024 möglich.

Viele Sportstätten seien in Berlin bereits vorhanden, sagte Klaus Böger, Präsident des Berliner Landessportbundes (LSB). Einige Standorte wie für Beachvolleyball oder für Reiten würden nur temporär aufgebaut werden. Arenen wie die Max-Schmeling-Halle, die O2 World, das Velodrom oder die Schwimmhalle an der Landsberger Allee müssten nicht neu geplant und errichtet, sondern nur auf den neuesten Stand gebracht werden. Das olympische Dorf könnte auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof entstehen.

dpa/jkw