Nach Hungerstreik

Wohnungen für Flüchtlinge vom Brandenburger Tor gefunden

Eineinhalb Wochen waren Asylbewerber Mitte Oktober am Brandenburger Tor im Hungerstreik. Nach Verhandlungen unterbrachen sie die Aktion. Nun gibt es Unterkünfte für sie.

Für die 25 Flüchtlinge, die vor einigen Wochen in Berlin in einen Hungerstreik getreten waren, ist eine feste Bleibe gefunden worden. Nach der Beendigung ihrer Protestaktion am Brandenburger Tor waren sie vorübergehend in Räumen der evangelischen Heilig-Kreuz-Gemeinde Berlin untergebracht. Die neuen Wohnungen in einer Immobilie der Aachener Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft könnten sofort bezogen werden, sagte die Direktorin des Berliner Caritasverbandes, Ulrike Kostka, am Donnerstag.

Geld aus der Kältehilfe

Die Wohnungen, die bereits von den Betroffenen besichtigt worden seien, stünden zunächst bis Ende Januar zur Verfügung. Sie gehe davon aus, dass die Kosten über die von Sozialsenator Mario Czaja (CDU) zugesagten Gelder aus der Kältehilfe beglichen werden könnten, sagte Kostka. Die Unterkunft soll von Caritas und Diakonie gemeinsam betrieben werden. Über den Standort wollte Kostka noch keine Angaben machen.

Die Flüchtlinge hatten sich vom 9. bis 20. Oktober vor dem Brandenburger Tor in einem Hungerstreik- und später auch Durststreik befunden. Damit wollten sie eine Klärung ihrer teilweise schon monatelang schwebenden Asylverfahren und grundsätzliche Änderungen am deutschen Asylrecht erreichen. Nach einem Gespräch mit Vertretern des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und der Berliner Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) unterbrachen sie ihren Hungerstreik für zunächst drei Monate.

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