Prozess

Lebenslänglich für 54-Jährige nach Mord an Rentnerin

Es dauerte zwölf Jahre, bis die Kripo den Mord an einer 63-Jährigen aus Alt-Hohenschönhausen aufklärte. Sie wurde in ihrer Wohnung beraubt und erwürgt. Jetzt ist eine 54-Jährige verurteilt worden.

Foto: Peter Steffen / dpa

Cornelia H. wähnte sich schon in Sicherheit. Immerhin waren fast zwölf Jahre vergangen, seitdem sie an der Joachimsthaler Straße in Alt-Hohenschönhausen die 63-jährige Elisabeth D. tötete. Doch die Mordkommission hatte nicht aufgegeben. Am Freitag wurde die 54-jährige Cornelia H. von einem Moabiter Schwurgericht wegen Mordes zu „lebenslänglich“ verurteilt.

Elisabeth D. und die Mutter von Cornelia H. kannten sich durch die gemeinsame Arbeit in einer Glühlampenfabrik. Cornelia H., die zur Tatzeit noch bei ihrer Mutter wohnte, hatte die Rentnerin kaum gekannt. Offenbar war die hoch verschuldete Angeklagte jedoch davon ausgegangen, dass bei Elisabeth D. etwas zu holen sei.

Am Tattag, es war der 12. September 2001, war Cornelia H. gezielt zur Wohnung ihres späteren Opfers gefahren. Sie habe geplant, Elisabeth D. abzulenken und irgendwie an Geld heranzukommen, sagte Richter Bernd Miczajka bei seiner Urteilsbegründung. Das hätte so auch fast funktioniert.

„Absoluter Vernichtungswillen“

Als die arglose Rentnerin das Wohnzimmer verließ, öffnete Cornelia H. eine Handtasche und entnahm das Bargeld, etwa 40 Mark. In diesem Moment kam die Rentnerin wieder in den Raum. Den Ermittlungen zufolge verließ Elisabeth D. das Zimmer schreiend. Die Angeklagte zerrte sie zurück und warf sie zu Boden. Dort presste ihr die untersetzte Cornelia H. eine Hand auf den Mund. Mit der anderen Hand würgte sie sie mindestens drei Minuten.

Richter Miczajka sprach in seiner Urteilsbegründung von „absolutem Vernichtungswillen“. Anschließend habe die Angeklagte nach weiterem Geld gekramt und Spuren zu verwischen versucht. In der Hand der Toten fanden sich jedoch Haare, die von der mutmaßlichen Täterin stammten.

Nur am Schreien hindern wollen

Auf Cornelia H.s Spur waren die Kriminalbeamten gekommen, als sie noch einmal alle Telefongespräche des Opfers zurückverfolgten. Dabei wurde festgestellt, dass nicht nur die hochbetagte Mutter der Angeklagten mit dem späteren Opfer telefoniert haben könnte, sondern auch Cornelia H. Nach einem DNA-Abgleich war klar, dass Cornelia H. zur Tatzeit am Tatort war.

Die Angeklagte hatte vor Gericht den Diebstahl des Geldes zugegeben. Sie habe die Rentnerin angeblich aber nicht töten, sondern sie nur am Schreien hindern wollen. Das glaubten ihr die Richter nicht. Die Indizien sprechen eindeutig dagegen, sagte Miczajka.