Das Ranking der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist ernüchternd. Während vergleichbare Bundesländer wie Bremen oder Hamburg im Bildungsmonitor nach oben aufgerückt sind, bleibt Berlin ganz hinten. Um die Potenziale der Schüler besser zu nutzen, fordern die Wirtschaftsvertreter mehr Wettbewerb im Schulsystem. Zudem sollen Pädagogen leistungsorientiert vergütet werden.

Der Leiter der Studie, Professor Axel Plünnecke, hob bei der Vorstellung der Studie am Dienstag hervor, dass Berlin mit der Veröffentlichung der Abiturdaten für die einzelnen Schulen im Internet auf dem richtigen Weg sei. Qualitätssteigerung sei nicht durch Veränderung von Strukturen, sondern viel mehr durch Vergleich und Wettbewerb zu erreichen. Eine neue Kultur der Orientierung an den besten Schulen müsse etabliert werden. Als Beispiel nannte der Bildungsforscher Kanada. Dort würden systematisch Schulen mit vergleichbarer Schülerschaft gemeinsam ihre Methoden und Ergebnisse auswerten. So könnten Materialien oder Unterrichtsformen, die gut funktionieren, übernommen werden.

Professor rät zu weniger strukturellen Reformen im Bildungssystem

Plünnecke rät zu weniger strukturellen Reformen. Solche Veränderungen würden die Verbesserung der Qualität behindern. Sachsen sei auch deshalb so stark, weil es dort kaum Strukturveränderungen gegeben habe. Das zwölfjährige Abitur und das zweigliedrige Schulsystem gebe es seit der Wende. Durch diese Kontinuität hätten die Lehrer mehr Zeit, sich auf Weiterbildung und Verbesserung der Methoden zu konzentrieren.

Lieselotte Stockhausen-Doering, Vorsitzende des Landeselternausschusses, fordert umgehend Konsequenzen. Schulen, die schlecht abschneiden, sollten durch Mentoren in den betroffenen Fächern unterstützt werden. „Es genügt nicht, auf die Reform der Lehrerausbildung zu verweisen“, sagt sie.

flo