Nordrhein-Westfalen gibt aus Sicht der Eisenbahnlobby bei nachhaltiger Verkehrspolitik in Deutschland den Ton an. Das einwohnerstärkste Bundesland führt wie im Vorjahr die Rangliste der Allianz pro Schiene an. Es folgen Berlin und Baden-Württemberg. Am schlechtesten schneiden Bayern und Brandenburg ab. „Nachhaltig“ mobil zu sein, heißt für die Autoren, mit geringem Energieverbrauch und Schadstoffausstoß zu bezahlbaren Preisen unterwegs zu sein. Schlusslicht Brandenburg leidet daran, dass auf seinen Alleen weiter viele Menschen ums Leben kommen.

Das Länderranking erscheint 2013 zum zweiten Mal und vergleicht die Verkehrspolitik in den 16 Bundesländern. Der erstellte Index beruht je zur Hälfte auf bekannten Statistiken – von der Entfernung zur nächsten Haltestelle bis zum Schadstoffausstoß – und auf den verkehrspolitischen Zielen der Landesregierungen. Auch gute Vorsätze führen also zu einer besseren Platzierung. Allein an der bestehenden Situation gemessen, läge zum Beispiel Hamburg vorn. „Bei den mobilitätsrelevanten Statistiken schneidet Hamburg großartig ab, aber der Senat bleibt auf der Zielebene vage“, sagte Allianz-pro-Schiene-Chef Dirk Flege.

Berlin beim Klimaschutz ganz vorne

Berlin hingegen liegt im Teilbereich „politische Weichenstellung" bundesweit auf Platz 2 und wurde damit von Baden-Württemberg überholt. Der Stadtstaat glänze mit einer Vielzahl von politischen Zielen, etwa beim Klimaschutz, heißt es in dem Bericht. In diesem Punkt sind Ziel und Umsetzung sogar deckungsgleich: Mit den Pro-Kopf-Emissionen von 1,37 Tonnen CO2 im aktuellsten Berichtsjahr 2009 belegt Berliner Platz 1. Auch die für den Verkehr genutzte Fläche liegt mit 40 Quadratmetern pro Einwohner so niedrig wie in keinem anderen Bundesland.

Lärm bleibt Berliner Problem

Nachholbedarf gebe es dagegen beim Lärmschutz. „Gerade in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen leiden die Menschen unter Lärm.“ Rund neun Prozent der Berliner seien am Tag und elf Prozent sogar in der Nacht Verkehrslärmpegeln ausgesetzt, die über dem gesundheitsschädlichen Grenzwert liegen: Platz 16 für Berlin.

Der Verein warnte zudem, Deutschland werde sein Ziel nicht erreichen, die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 um 40 Prozent zu senken, wenn sich die Bundesländer nicht mehr anstrengten. Nur vier Länder blieben unter den vorgegebenen Höchstzahlen. die anderen zwölf Länder konnten ihre Zahl der Verkehrstoten nicht deutlich genug sinken, sagte der Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates, Walter Eichendorf.

In dem Verkehrsbündnis arbeiten 20 Non-Profit-Verbände und über 100 Unternehmen zusammen. Unter den Mitglieder sind beispielsweise der Fahrradclub ADFC, die Eisenbahnergewerkschaft EVG, der BUND, der Fahrgastverband Pro Bahn, der Automobilclub ACV oder auch der Bundesverband CarSharing BCV.

dpa/hed